OER auf der Agenda? Das KMK-Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt”

Mit der Verabschiedung der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ hat sich die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) auf einen verbindlichen Rahmen für die Gestaltung digitaler Bildung verständigt. OER und andere digitale Formate werden hierin den traditionellen Bildungsmedien gleichgestellt.

Mit dem Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ liegt seit Dezember 2016 ein Handlungskonzept für die Herausforderungen zu digitaler Bildung in Schulen, Hochschulen und in der beruflichen Bildung vor.  Der Verabschiedung der Strategie ging ein intensiver Abstimmungsprozess voraus. Dabei ist die Expertise aus Wissenschaft, Verbänden, Arbeitgebern und Gewerkschaften eingeflossen, u.a. auch von Wikimedia Deutschland, deren Stellungnahme zu OER in der digitalen Bildung beigetragen hat.

Die Kostenfrage

Das Papier stellt fest, dass Produktion und Weiterentwicklung von OER mit Kosten verbunden sind. Die KMK regt daher die Schaffung eines klaren und transparenten Rechtsrahmens sowie Mittel für eine Grundversorgung und für Leuchtturmprojekte an.
Darüber hinaus werden ländergemeinsame und bundeseinheiltiche Regelungen, beispielsweise im Datenschutz und Urheberrecht, sowie länderübergreifende Synergieeffekte, beispielsweise bei Plattform- bzw. OER-Nutzungen angestrebt.

Vernetzung fördern durch Schaffung einer Zentrale

Das Papier kündigt die Einrichtung einer länderübergreifenden Institution für OER an:

„Speziell zur Förderung von offen lizenzierten Bildungsmedien wird ein zentrales Büro geschaffen. Der Fokus seiner Arbeit wird zum einen auf der Informationsarbeit liegen, um für die Potentiale der Nutzung von OER zu sensibilisieren, zum anderen sollten bestehende Aktivitäten vernetzt sowie Kooperationen angeregt und die Schaffung von Synergien vorangetrieben werden.“

Anforderungen an technische Standards

Jeder geeignete Inhalt sollte mit jedem technischen System einfach genutzt werden können, Plattformneutralität wird daher betont. Die Entwicklung technischer Standards für den Austausch von Bildungsinhalten, und zwar von proprietär lizenzierten genauso wie von OER, sei daher dringend geboten.

Qualitätssicherung

Die Länder sind dazu aufgefordert, vorhandene Zulassungsverfahren für schulische Lehr- und Lernmittel zu überprüfen und entsprechend den Anforderungen an digitale Bildungsmedien, also auch OER, anzupassen. Gleiches gilt zum Verfahren zur Beschaffung von digitalen Bildungsmedien.

Die Qualitätssicherung im Bereich der Hochschulen solle sich auf die Inhalte, die Technik und das didaktische Konzept erstrecken, wobei die fachlichen Anforderungen als Maßstab gelten sollen. Angeregt wird auch eine Zertifizierung, um die wechselseitige hochschulübergreifende Anerkennung der Materialien zu erleichtern.
Ausgehend davon, dass künftig eine rasant anwachsenden Anzahl an Bildungsmedien – darunter auch OER – digital verfügbar sein wird, fordert die macht das Papier der KMK deutlich, dass alle Lehrenden müssten zu Medienexperten werden müssten. Der kompetente Umgang mit digitalen Medien sei eine weitere Kulturtechnik, wie das Lesen, Schreiben und Rechnen. Lehrende müssten daher digitale Medien professionell und didaktisch sinnvoll nutzen und inhaltlich reflektieren können. Als Medienexperten sollten sie u.a. dazu in der Lage sein, aus der Vielzahl der angebotenen Bildungsmedien (gewerbliche Angebote der Verlage und OER) geeignete Materialien und Programme zu identifizieren.

Kostenpflichtige, kostenfreie bzw. frei zugängliche und offene Bildungsmedien (OER) seien dabei gleichermaßen zu berücksichtigen.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabi Fahrenkrog für OERinfo – Informationsstelle OER.
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