Bibliotheken, OER und das Verbot der kommerziellen Nutzung (NC)

Das Modul NC (Non-Commercial/nicht-kommerziell) bei den Creative Commons ist beliebt und ist daher weit verbreitet. Viele Urheber wählen diese Lizenz, um möglichst auszuschließen, dass andere mit ihren kreativen Inhalten Geld verdienen.

Was unter ‚kommerzieller Nutzung‘ verstanden wird, ist jedoch leider nicht so einfach zu beurteilen.
So stufte das Landgericht Köln 2014 etwa den Radiosender Deutschlandradio als kommerziellen Nutzer ein, der demnach ein Foto unter der Creative-Commons-Lizenz NC nicht hätte nutzen dürfen.
Bibliotheken, die über Gebühren oder auch über Sponsoring Einnahmen erzielen, könnten nach dieser Lesart ebenfalls als kommerzielle Nutzer gelten. Sie dürften die entsprechend lizenzierten Inhalte nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis des Rechteinhabers verwenden.

Wer aber macht sich tatsächlich die Mühe, in jedem einzelnen Fall die Nutzungsrechte einzuholen? Im Zweifel wird wohl eher auf die Nutzung von Materialien unter NC verzichtet, als sich der Gefahr auszusetzen, möglicherweise gegen Lizenzbestimmungen zu verstoßen.
Ungewollt führt das häufig dazu, dass Materialien, die eigentlich zum Zwecke der einfachen Verbreitung im Internet unter Creative Commons lizenziert veröffentlicht wurden, am Ende nicht genutzt werden.
Dies steht in gewissem Widerspruch zum Gedanken der freien Verbreitung von Wissen, die mit der Verwendung der Creative Commons Lizenzen eigentlich erleichtert werden soll. Aus diesem Grund gelten diese Lizenzen generell nicht als „freie/Open-Culture“-Lizenzen1.

Zu Weiterlesen:

Klimpel, Paul (irights.info): Freies Wissen Dank Creative-Commons-Lizenzen: Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung ’nicht-kommerziell – NC‘. Hrsg. Wikimedia Deutschland, 2012 (PDF), werden Vor- und Nachteile von NC gut verständlich erläutert.

Unter dem Titel ‚Creative Commons: Kommerziell – Nein, Danke?‘ wird bei irights.info erläuert, dass die Weitergabe unter gleichen Bedingungen (SA – Share Alike) eine Alternative zu NC sein kann.

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg stellt die von ihr digitalisierten Bestände unter der Lizenz CC-BY-SA zur Verfügung. Erläuterungen dazu finden sich im Stabi-Blog.

Im Blog infobib von Christian Hauschke finden sich ein paar sehr interessante Beiträge zu Creative Commons und Bibliotheken.


1 Siehe Wiki: Open Content – A Practical Guide to Using Creative Commons Licences

Workshop: Open Educational Resources – Aufgabe für Bibliotheken

Dozent/in: Dr. Jürgen Plieninger, Tübingen

Termin: Freitag, 30.09.2016, 10-16.30 h
Ort: Tübingen, E-Learning Support Center

Inhalt
Open Educational Resources (OER) sind freie Bildungsressourcen, die als didaktisch aufbereitete Texte, Audio- und Videodateien sowie als integrierte Angebote verschiedener Medienformate im Internet angeboten werden. Dieser Bereich entwickelt sich in der Pädagogik sehr rasch und es stellt sich daher die Frage, inwieweit Bibliotheken dies in ihr Dienstleistungsportfolio integrieren können. In der Veranstaltung werden Grundlagen, Rahmenbedingungen, Zielgruppen und Handlungsfelder (Produktion, Verbreitung und Schulung) behandelt.

Am Ende des Seminars

  • sind Sie über die Geschichte und Definition von OERs informiert,
  • haben Sie Informationen zu Grundlagen und Rahmenbedingungen des Einsatzes von OERs (im Vergleich zu
  • herkömmlichen Bildungsmedien) erhalten,
  • wissen Sie die verschiedenen Einsatzfelder für OERs von Bibliotheken zu benennen,
  • haben Sie die rechtliche Lage bewertet,
  • haben Sie erfahren, wie Sie sich in Bezug auf diese Thematik auf dem Laufenden halten können.

Teilnehmer/innen: max. 16
Gebühr: 40 (BIB/vdb) / 90 €
Anmeldung: Jürgen Plieninger, juergen.plieninger@gmail.com

Leitfaden zu Open Educational Resources für Bibliotheken und Informationseinrichtungen

Leitfaden zu Open Educational Resources für Bibliotheken und Informationseinrichtungen / Caroline Bartsch … – Hannover: Handbuch.io. [Stand: 07.06.2016. Online unter: https://handbuch.tib.eu/w/Leitfaden_zu_Open_Educational_Resources_für_Bibliotheken_und_Informationseinrichtungen#]

Dieser Leitfaden soll eine Übersicht darüber geben wie man Open Educational Resources (kurz OER) erstellt.
Es werden inhaltliche, technische und rechtliche Aspekte betrachtet. Die Beispiele stammen aus dem Themenbereich Informationskompetenz.

Ergebnis eines Studierendenprojektes im Studiengang „Informationsmanagement – berufsbegleitend“ an der Hochschule Hannover.

To OER or not to OER? A question for academic libraries

Aus der Posterausstellung der IFLA-Tagung 2016:
STUMMEYER, Sabine (2016) To OER or not to OER? A question for academic libraries. Paper presented at: IFLA WLIC 2016 – Columbus, OH – Connections. Collaboration. Community in Session 101 – Poster Sessions.

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