tutory-Leitfaden Urheberrecht, Creative Commons und OER

tutory.de bietet einen leicht verständlichen und praxisbezogenen Einstieg in die freien Lizenzen von Creative Commons, offene Bildungsmaterialien (engl.: OER – Open Educational Resources) und liefert zahlreiche Unterrichtsbeispiele für ihre Anwendung und erläutert das Veröffentlichen mit freien Lizenzen. Dies getrennt für drei Zielgruppen:

  1. Lehrende und Referendarinnen/Referendare aller Fächer
  2. Dozierende an Hochschulen (hier vor allem bezogen auf Studiengänge für Lehramt)
  3. Studierende aller Fächer

Ich habe Nr. 2 überflogen und finde die knapp 30seitige Broschüre sehr hilfreich! Auch zur Recherche nach OER sind Ressourcen aufgeführt. – Hier geht’s zum Blogeintrag auf tutory.de mit den Downloadmöglichkeiten.

Deutschlands Hochschulen haben eine Position zu OER

Mit der Veröffentlichung eines Grundsatzbeschlusses positionierte sich die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu Open Educational Resources (OER)

Der Beschluss des HRK-Senats vom 15.03.2016 listet 12 Punkte auf, in denen die Position der HRK zum Ausdruck gebracht wird. Wir fassen sie zusammen und bieten das Papier zum Download.

Die Positionen der HRK zu OER

Die HRK empfiehlt den Hochschulleitungen, sich mit OER als Teil der neuen Kollaborationskultur auseinanderzusetzen. Begründet wird dies u.a. damit, dass  das Teilen von Lehrmaterialien zur breiteren Sichtbarkeit von Lehre beitragen würde. Eine Verbesserung der Lehre verspricht sich die HRK aus der Möglichkeit, OER kollektiv überarbeiten zu können. Damit der Einsatz  von OER in die Hochschullehre tatsächliche Mehrwerte erzeugt, sei deren curriculare und didaktische Einbettung notwendig.

Zur Schaffung von Anreizen und zur Förderung des Prinzips der Kollaboration, betrachtet die HRK  u.a. Wettbewerbe um leistungsbezogene Lehr-Drittmittel als ein geeignetes Mittel. Die erforderliche Ausbildung von Expertinnen und Experten, die dann als Ansprechpersonen und Multiplikatoren innerhalb der Hochschule im Einsatz sein sollen, sollte als Dienstleistung von den hochschuleigenen Einrichtungen (Bibliothek, Medien- oder Rechenzentrum) erbracht werden.

Zur Vermeidung inhaltlicher Fehler bzw. tendenziöser Aussagen und urheberrechtlicher Verstöße, sollen Standards zur Qualitätssicherung etabliert werden. Damit Akteure OER kritisch auf ihre Qualität hin beurteilen lernen, wird dabei die Vermittlung von Medienkompetenz als geeignetes Mittel gesehen.

Die HRK befürwortet den Aufbau kooperativer Infrastrukturen für OER, wobei die spezifischen Gegebenheiten der einzelnen Hochschulen Berücksichtigung finden sollten. Da sowohl die Entwicklung als auch die Einrichtung der notwendigen technischen Infrastruktur mit Kosten verbunden sind, und weil es gilt, eine nachhaltige Etablierung von OER im Hochschulumfeld zu realisieren, macht die HRK deutlich, dass befristete Drittmittel für die Finanzierung ungeeignet sind.

Lehrende sind dazu angehalten, sich zu den Potenzialen und Herausforderungen von OER fortzubilden und OER als Ergänzung und Bereicherung der konventionellen Lehre anzunehmen. Hierbei wird jedoch auch deutlich gemacht, dass die Freiheit der Lehre davon unberührt bleibt und die Entscheidung über den Einsatz von OER weiterhin grundsätzlich bei den Lehrenden liegt.

Im Hinblick auf urheberrechtliche Probleme im Zusammenhang mit OER fordert die HRK ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht auf EU-Ebene. Den Creative Commons Lizenzen als Quasi-Standard der Lizenzierung für OER schreibt die HRK große Bedeutung zu. Durch ihre Verwendung sei es möglich, ein Mindestmaß an Rechtssicherheit zu erlangen.

Auch die Verlage als Partner von Hochschulen finden ihre Erwähnung: man spricht sich für eine faire Partnerschaft in möglicherweise neuer Rollenverteilung aus. Die Verlage könnten künftig ihre Dienstleistungen in Richtung der strukturellen Gewährleistung von Qualitätssicherung ausrichten.

Die HRK begrüßt Pilotaktivitäten, von Akteuren und Organisationen außerhalb des Hochschulkontexts sowie weitere Forschungsprojekte und erhofft sich daraus zusätzliche Erkenntnisse zur künftigen Entwicklung von OER.

Das HRK-Positionspapier zum Download

Hochschulrektorenkonferenz (HRK) – Senatsbeschluss zu Open Educational Resources (OER)– Beschluss des 132. Senats der HRK am 15. März 2016 in Berlin

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabi Fahrenkrog für OERinfo – Informationsstelle OER.

[Übernommener Beitrag:] November 2016 – Start von OERinfo

Endlich ist es so weit: heute startet das BMBF-geförderte Projekt einer Informationsstelle OER. An diesem Ort wird im Laufe der nächsten Monate das Informationsangebot rund um OER erweitert. Die Informationsstelle kümmert sich dann um Informationen, Transfer und Vernetzung zu Open Educational Resources, kurz OERinfo. Im Hintergrund arbeitet das Projektteam von OERinfo unter Hochdruck daran, das geplante erweiterte Angebot übersichtlich und nutzerfreundlich in einem aktualisierten Webauftritt zu präsentieren. Im Zeitraum Februar/März 2017 soll der Relaunch stattfinden.

BMBF-Förderprogramm

OERinfo bewegt sich im Kontext der aktuellen Förderung des BMBF zum Thema „Digitale Bildung“. Anschließend an das Projekt Mapping OER und die OER-Machbarkeitsstudie – beide BMBF-gefördert – wird nun in den Bildungsbereichen Schule, Hochschule, Berufsbildung und Weiterbildung der Kompetenzaufbau zum Thema OER in Organisationen der Fort- und Weiterbildung gefördert mit dem Ziel der Sensibilisierung und Qualifizierung von pädagogischem Personal und Multiplikatoren.

Diese Qualifizierungsprojekte in ihrer Kommunikation und Vernetzung zu unterstützen, wird mit zu den Aufgaben von OERinfo gehören. Wir freuen uns darauf, die Projekte hier im Laufe des nächsten Jahres nach und nach vorstellen zu können und sind gespannt auf deren Fortschritte und erste Resultate.

Drei Säulen

Das ist spannend und wichtig, aber OERinfo hat natürlich noch einiges mehr vor: zum einen die vorhandenen Ressourcen zu OER zu sichten, das Informative und Spannende auszuwählen und unter verschiedenen Nutzerperspektiven zusammenzuführen – kurz: zu kuratieren -, und zum anderen das OER-Geschehen zu begleiten und aktuelle Entwicklungen mit verschiedenen Formaten interessant aufzubereiten. Dabei werden wir ab und zu auch den Blick über den Tellerrand ins Ausland wagen: sei es in Meldungen, Kommentaren oder Interviews, in WebTalks, Erklärvideos oder Checklisten. Wenn auch erweitert in Themen und Formaten wird die Aufbereitung des OER-Diskurses die bekannte Handschrift des Redaktionsteams von J&Kzeigen.

Um die Landschaft der OER-Akteure in D-(A-CH) noch übersichtlicher aufzuzeigen und die vielfältige Bezüge zwischen diesen erkennbar zu machen, wird die OER World Map lokalisiert zu einer #OERde-Karte. Die Karte wird in Anlehnung an den zum OERde16-Festival erschienenen OER-Atlas 2016 entwickelt und online alle aktuellen Entwicklungen fortlaufend nachzeichnen und passgenau in der deutschen Bildungslandschaft verorten. Ebenso wie für die OER World Map und den OER-Atlas wird das Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW(hbz) für die Erstellung und Redaktion der #OERde-Karte zuständig sein.

Nicht alle OER-Interessierten kommen sofort als Experten und Expertinnen zu OERinfo. Um gerade auch Neuneinsteigern den Zugang zum Thema OER zu erleichtern, wird es entsprechende Informationsangebote geben. Zur Übersicht dienen die Dossiers des Deutschen Bildungsservers zu OER in einzelnen Bildungsbereichen. Um sich mit den Besonderheiten von OER vertraut zu machen, wird es ein Glossar geben. Und für diejenigen, die sich intensiver mit der Thematik beschäftigen wollen, wird es Zusammenstellungen von Fachliteratur aus Pädagogik, Erziehungswissenschaften und angrenzenden Fächern geben, die im Fachportal Pädagogik recherchiert und für OERinfo ausgewählt wurden.

Partner für Bildungsbereiche

Die Dossiers für OER in den Bildungsbereichen werden mit Informationsmodulen weiter ausgebaut, die von weiteren Spezialisten für die Bildungsbereiche konzipiert werden und worin z.B. auch Best Practice-Beispiele aus den einzelnen Bereichen Anschauungsmaterial zum OER-Einsatz bieten. Für die Bereiche Schule, Hochschule, Berufsbildung und Erwachsenenbildung werden hierbei das FWU – Medieninstitut der Länder, das Netzwerk eLearning NRW (angesiedelt am LearningLab der Universität Duisburg Essen, mit bundesweitem Aktionsradius), das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) das Angebot von OERinfo mitgestalten. Der Transfer in und die Vernetzung mit den bereichsspezifischen Communitys soll zudem durch Fachpublikationen und die direkte Kommunikation im Rahmen von Fachveranstaltungen verstärkt werden.

Lassen Sie uns in Kontakt bleiben!

Die Projektpartner von OERinfo werden in den nächsten Wochen hier in Einzelporträts noch einmal näher mit ihren Themen und Aufgaben vorgestellt. Und damit Sie zeitnah zu aktuellen Events und Entwicklungen zu OER auf dem Laufenden bleiben, wird es neben einem OER-Kalender, einem Newsletter und einem RSS-Feed natürlich auch Social Media-Kanäle beiTwitter und Facebook geben, auf denen alle an OER bzw. digitaler Bildung Interessierten das Geschehen nicht nur verfolgen, sondern miteinander ins Gespräch kommen können.

Das OERinfo-Team freut sich darauf, OER in Deutschland bekannter zu machen und zur Umsetzung der Potenziale von OER beizutragen. Die nächsten Monate werden sehr spannend, bleiben Sie dabei und erzählen Sie es weiter.

 

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz.Urheber ist: Team OERinfo für OERinfo – Informationsstelle OER. Dieser Name muss bei einer Wiederverwendung genannt werden.

Öffentliche Bibliotheken, OER und Open Library Badge

Anfang des Monats startete ein Team rund um den Initiator Gerald Langhanke das Projekt Open Library Badge. Hervorgegangen ist die Initiative aus der Openness-Checkliste, die Felix Lohmeier im Frühjahr anhand von Vorschlägen aus dem Kreis von Bibliotheken zusammengestellt hatte.

Ziel der Initiative ist es ein Anreizsystem für Bibliotheken zu schaffen, das Konzept der Offenheit zu verfolgen. Der Begriff Offenheit umfasst hier die Aspekte Zusammenarbeit, Transparenz, Teilen und Ermöglichung von Selbstbestimmung.

Für die erfolgreiche Bewerbung um ein Badge müssen Bibliotheken nachweisen, dass sie mindestens drei der zehn definierten Kriterien erfüllen.
Die Kriterien orientieren sich auf den ersten Blick vorrangig an den Bedingungen Wissenschaftlicher Bibliotheken, was darin begründet liegt, dass praktisch keine Vertreterinnen und Vertreter aus Öffentlichen Bibliotheken an der Entstehung der Liste beteiligt waren1.
Dennoch sind aus meiner Sicht mindestens drei Kriterien formuliert, die Öffentliche Bibliotheken mit relativ geringem Aufwand erfüllen können, um sich als Offenheit praktizierende Einrichtung zu präsentieren:

Fotos der eigenen Einrichtung unter einer CC-Lizenz zur Verfügung stellen
Von der Bibliothek gemachte Fotos können unter einer Open-Definition-konformen Lizenz z.B. auf der eigenen Webseite, bei Flickr oder bei Wikimedia Commons veröffentlicht und damit für die Allgemeinheit nachnutzbar gemacht werden.

Schulungsmaterialien als OER veröffentlichen

Präsentationsfolien und Schulungsmaterialien der Bibliothek unter offenen Lizenzen zur Nachnutzung bereitstellen. Auch hier bietet sich die eigene Webseite für die Veröffentlichung an, aber auch bei z.B. tutory.de erstellte Arbeitsblätter für Führungen, Schulungen und Veranstaltungen sind OER.

Nutzerinnen und Nutzer einbinden
Workshops und/oder Wettbewerbe mit Nutzerinnen und Nutzern der Bibliothek zur Verbesserung der Dienstleistungen durchführen. Hierfür sollte ein Workshop oder ein Wettbewerb unter Beteiligung von Nutzerinnen und Nutzern durchgeführt und öffentlich (z. B. im Blog) dokumentiert worden sein.


1 Wie in den Zielen der Initiative formuliert, ist die Weiterentwicklung der Kriterien ein andauernder Prozess und das Einbringen weiterer Anregungen und Ideen ist ausdrücklich erwünscht.