Öffentliche Bibliothek als Bildungsplattform für Lernteams


cc-by 4.0 Agentur J&K – Joeran und Konsorten für OERinfo – Informationsstelle OER

Bei der re:publica 2018 stellten Philipp Schmidt vom MIT Media Lab und Bettina Scheurer von der Stadtbibliothek Köln in der Session „Fanclub Öffentliche Bibliotheken“ gemeinsam die Idee der Learning Circles in Öffentlichen Bibliotheken vor, die auf dem Konzept der von Philipp Schmidt gegründeten P2P-University basiert. Die Stadtbibliothek Köln bietet inzwischen eine Adaption des Konzeptes für „Lernteams“ innerhalb der Bibliothek an. Im Interview mit OERinfo sprechen sie über die Umsetzung von Lernen in „Lernteams“ in der Stadtbibliothek Köln.

Öffentliche Bibliotheken und das MIT Media Lab unterstützen beide ein offenes, kollaboratives Umfeld, in dem gemeinsames kollaboratives Lernen ermöglicht wird.

Bei der re:publica 2018 stellten Philipp Schmidt, MIT Media Lab und Bettina Scheurer, Stadtbibliothek Köln, in der Session „Fanclub Öffentliche Bibliotheken“ die Idee der Learning Circles oder auch „Lernteams“ in Öffentlichen Bibliotheken vor. Vorbild der Kölner „Lernteams“ ist die Peer 2 Peer University (P2PU), eine Organisation, die Ihre Materialien zur freien Nutzung als OER zur Verfügung stellt. Die Mitglieder der „Lernteams“ lernen online zu Hause und treffen sich zum gemeinsamen Lernen regelmäßig in der Bibliothek.

Eine Anleitung für die Kursplanung als OER

Bibliotheken stellen mit dem Learning Circles Facilitator Handbook eine Anleitung für die Kursplanung sowie genau definierte Curricula für die 6- wöchigen Begleittreffen bereit. Nicole James von der Kölner Stadtbibliothek hat eine Kurzversion des Handbuchs der P2P-University als Leitfaden übersetzt und zur Verfügung gestellt.

Dieses Video wurde bei der re:publica 2018 aufgezeichnet, die vom 2. bis 4.5.2018 in Berlin stattfand. Das Video wurde gestaltet von Jöran Muuß-Merholz (vor der Kamera) und Christopher Dies (hinter der Kamera).

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabi Fahrenkrog für OERinfo – Informationsstelle OER. Das Video ist von Youtube aus eingebettet.

Reden wir über freie Bildungsmedien! – Workshops für Bibliotheken bei den OERcamps 2017

Lust darauf, in kleiner Runde und ungezwungener Atmosphäre gemeinsam mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über freie Bildungsmaterialien zu sprechen? Dann ist jetzt die Gelegenheit, sich bei den OERcamps 2017 zum Workshop „Bibliotheken und OER – wie viel Offenheit ist nötig, wie viel Offenheit ist möglich?“ anzumelden.

Wann und wo finden die Workshops statt?

OERcamp Köln, TH Köln: Samstag, 13.5.2017 um 17 Uhr (Gabi Fahrenkrog, Informationsstelle OER (OERinfo), Agentur J&K, Hamburg)
OERcamp Hamburg, Uni-Hamburg: Samstag, 24.6.2017 um 17 Uhr (Gabi Fahrenkrog, Informationsstelle OER (OERinfo), Agentur J&K und Alexandra Jobmann, IPN, Kiel)

Bibliotheken und OER – warum sollte mich das interessieren?

Als Open Educational Resources (OER) werden freie Lehr- und Lernmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium bezeichnet, die unter einer offenen Lizenz, z.B. den Creative Commons, veröffentlicht werden.
Mit der Förderlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu Open Educational Resources (OER), werden freie Bildungsmedien in Deutschland künftig eine stärkere Aufmerksamkeit und größere Verbreitung erfahren. Für Bibliotheken als Partner und Unterstützer von Bildungseinrichtungen wird dies bedeuten, dass frei lizenzierte Lehr- und Lernmaterialien, schon aufgrund des Kontextes Lehren und Lernen + Medium, künftig stärker in den Fokus von Bibliotheken rücken müssen.

Was aber können Bibliotheken tun, um einen Einstieg in das Thema freie Bildungsmedien zu finden? Welches Potenzial liegt in OER für Bibliotheken, welche Herausforderungen stellen sich in diesem Zusammenhang? Was kann eine Bibliothek konkret tun, um sich mit OER zu engagieren?
Zum Beispiel die OERcamps besuchen!

Was ist ein OERcamp?

Bei den OERcamps treffen sich Praktiker*innen und an OER interessierte Menschen, zum gegenseitigen Austausch. Die OERcamps werden je zur Hälfte aus vorab geplanten und angekündigten Workshops sowie aus Barcamp-Sessions (wie von den Bibcamps bekannt) gestaltet, die jede und jeder vor Ort vorstellen kann. OERcamps gibt es in Deutschland seit 2012, in diesem Jahr – unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO – zum ersten Mal an vier Orten in Deutschland.

Der Workshop

Der Workshop bietet eine Einführung in das Thema Open Educational Resources. Anschließend wollen wir die Besonderheiten, die sich mit OER im Vergleich zu konventionellen Medien im Bestand einer Bibliothek ergeben, beleuchten. Lassen Sie uns diese und weitere Fragen rund um OER erörtern und gemeinsam die Chancen und Herausforderungen diskutieren, die für Bibliotheken mit freien Bildungsmedien verbunden sind und überlegen, ob und wo ein Einstieg in die Auseinandersetzung mit OER sinnvoll und notwendig ist.


Zum Weiterlesen:
Fahrenkrog, Gabriele: Lernort Öffentliche Bibliothek und Open Educational Resources (OER) – Zusammenbringen, was zusammen gehört. In: Informationspraxis Bd. 2, Nr. 1 (2016) ISSN (Online) 2297-3249, DOI: 10.11588/ip.2016.1.26628.

Neumann, Jan: Open Educational Resources (OER): Neue Herausforderungen für Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 47, Heft 11 (2013), Seiten 805–819, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI:10.1515/bd-2013-0094.

Plieninger, Jürgen: Open Educational Resources als Dienstleistungen von Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 12 (2015), Seiten 1173–1176, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0142.

Öffentliche Bibliotheken, OER und Open Library Badge

Anfang des Monats startete ein Team rund um den Initiator Gerald Langhanke das Projekt Open Library Badge. Hervorgegangen ist die Initiative aus der Openness-Checkliste, die Felix Lohmeier im Frühjahr anhand von Vorschlägen aus dem Kreis von Bibliotheken zusammengestellt hatte.

Ziel der Initiative ist es ein Anreizsystem für Bibliotheken zu schaffen, das Konzept der Offenheit zu verfolgen. Der Begriff Offenheit umfasst hier die Aspekte Zusammenarbeit, Transparenz, Teilen und Ermöglichung von Selbstbestimmung.

Für die erfolgreiche Bewerbung um ein Badge müssen Bibliotheken nachweisen, dass sie mindestens drei der zehn definierten Kriterien erfüllen.
Die Kriterien orientieren sich auf den ersten Blick vorrangig an den Bedingungen Wissenschaftlicher Bibliotheken, was darin begründet liegt, dass praktisch keine Vertreterinnen und Vertreter aus Öffentlichen Bibliotheken an der Entstehung der Liste beteiligt waren1.
Dennoch sind aus meiner Sicht mindestens drei Kriterien formuliert, die Öffentliche Bibliotheken mit relativ geringem Aufwand erfüllen können, um sich als Offenheit praktizierende Einrichtung zu präsentieren:

Fotos der eigenen Einrichtung unter einer CC-Lizenz zur Verfügung stellen
Von der Bibliothek gemachte Fotos können unter einer Open-Definition-konformen Lizenz z.B. auf der eigenen Webseite, bei Flickr oder bei Wikimedia Commons veröffentlicht und damit für die Allgemeinheit nachnutzbar gemacht werden.

Schulungsmaterialien als OER veröffentlichen

Präsentationsfolien und Schulungsmaterialien der Bibliothek unter offenen Lizenzen zur Nachnutzung bereitstellen. Auch hier bietet sich die eigene Webseite für die Veröffentlichung an, aber auch bei z.B. tutory.de erstellte Arbeitsblätter für Führungen, Schulungen und Veranstaltungen sind OER.

Nutzerinnen und Nutzer einbinden
Workshops und/oder Wettbewerbe mit Nutzerinnen und Nutzern der Bibliothek zur Verbesserung der Dienstleistungen durchführen. Hierfür sollte ein Workshop oder ein Wettbewerb unter Beteiligung von Nutzerinnen und Nutzern durchgeführt und öffentlich (z. B. im Blog) dokumentiert worden sein.


1 Wie in den Zielen der Initiative formuliert, ist die Weiterentwicklung der Kriterien ein andauernder Prozess und das Einbringen weiterer Anregungen und Ideen ist ausdrücklich erwünscht.

Clip zu OER in Öffentlichen Bibliotheken beim bibtag16

Zum ersten Mal wurde für den Bibliothekskongress in Leipzig dazu aufgerufen, einen Clip von maximal 3 Minuten Länge zu einem beliebigen Thema einzureichen. Wir haben das kurzentschlossen getan. Wie Jürgen es ja im Vorfeld schon angekündigt hatte, haben wir die von uns erstellte Prezi, aus der für die Veröffentlichung ein YouTube-Video gemacht worden ist, dann in Leipzig vorgestellt.

Voilà.

OER bei Amazon – aber nicht in (Öffentlichen) Bibliotheken?

Heute ist im Blog der Transferstelle für OER zu lesen, dass Amazon mit einer Plattform für freie Lernmaterialien starten wird. Amazon Inspire soll als Beta innerhalb der nächsten 2 – 3 Monate zunächst in den USA in Betrieb gehen.

Neben Funktionen wie einer Suche nach Materialien, Filterung nach Bereichen und Kategorien, Qualitätsbewertung, Reviews und persönlichen Empfehlungen sollen laut EdWeek OER, die auf Amazon Inspire hinzugefügt werden, auch mit Metadaten angereichert werden. Lehrende können auf Amazon Inspire eigene Materialien veröffentlichen, kuratieren und ihre digitalen Schulbibliotheken zur freien Nutzung und Nachnutzung zur Verfügung stellen. Das Angebot wird, so Amazon, kostenlos sein und soll es auch bleiben.

Wie im Blog der Transferstelle OER nebenbei angemerkt, wird eine Plattform, auf der Materialien veröffentlicht, gesammelt, organisiert und vor allem gefunden werden können in Deutschland bislang lediglich als mögliche staatliche Aufgabe diskutiert. In Bibliotheken, deren Aufgabe das Sammeln, Erschließen und Zugänglichmachen von Inhalten ist, wird – bis auf wenige Ausnahmen – bis heute nicht einmal diskutiert, ob OER ein Thema für sie sind oder es sein sollten.

Sie sollten es. Aus guten Gründen, wie ich meine (hier nachzulesen). Öffentliche Bibliotheken können mit OER z.B. innerhalb ihrer Kommune Teil einer lebendigen Bildungsgemeinschaft werden und sich als Lernorte und Bildungspartner am Ort positionieren. Sie können über OER informieren und Akteure im Bildungsumfeld zusammen bringen oder bereits vorhandene Netzwerke unterstützen, um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen.

 

Auch für Öffentliche Bibliotheken interessant – BMBF fördert OER-Projekte

Allein aufgrund des Kontextes Lehren und Lernen + Medien sollten OER in den Fokus Öffentlicher Bibliotheken rücken.  Lernmedien für alle Bildungsbedarfe und in allen in Formen sind heute selbstverständlich Teil des Bestandes Öffentlicher Bibliotheken. Insbesondere auch im Bezug zum Konzept des Lebenslangen Lernens bauen Bibliotheken ihre Bestände auf und sie erstellen selbst Materialien für Schulungen zur Medien- und Informationskompetenz, die als OER unter freier Lizenz zur Nachnutzung veröffentlicht werden sollten.

Mit der Fördermaßnahme des Bundes, die auch Bibliotheken die Möglichkeit eröffnet, Projekte zu offenen Bildungsmaterialien umzusetzen,  soll die breite Sichtbarmachung der mit OER verbundenen Potenziale und der Aufbau von Kompetenzen zur Nutzung, Erstellung und Verbreitung von offenen Bildungsmedien unterstützt werden. Alle Infos dazu sind auf den Seiten des BMBF zu finden.

Öffentliche Bibliotheken, die sich als Lernort und Ort des Lebenslangen Lernens verstehen haben die Möglichkeit, Konzepte zu erarbeiten und Projekte rund um OER zu realisieren die dazu beitragen, OER bekannter zu machen sowie deren Nutzung, Erstellung und Verbreitung zu befördern.

Es werden Projekte gefördert, die sich auf
a)    Institution/Einrichtung als Informationsstelle für OER bzw.
b)    auf Maßnahmen zur Sensibilisierung und Qualifizierung
beziehen.

Für Öffentliche Bibliotheken sind Projekte zu beiden Themen denkbar.
Als Informationsstelle können Öffentliche Bibliotheken OER für potenzielle Zielgruppen bereitstellen oder auch OER selbst erarbeiten und den Austausch einzelner Akteure vor Ort aktiv unterstützen.

Ebenso können auch Maßnahmen zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Multiplikatoren von Bibliotheken konzipiert werden. Dabei geht es darum, Kompetenzen zum Thema OER innerhalb von Organisationen, Institutionen und Einrichtungen (auch Bibliotheken) zu erwerben und zu vertiefen.

Ziel der Maßnahmen zur Sensibilisierung und Qualifizierung ist, die Potenziale von OER sichtbar zu machen und zu vermitteln, wie

–    OER gefunden
–    OER genutzt
–    OER erstellt
–    OER geteilt und bereitgestellt werden.

Aufgaben, die in weiten Teilen bibliothekarische Kernkompetenzen, wie Recherche, Vermittlung sowie Schulungen zu Medien- und  Informationsthemen berühren.

Projektskizzen sind bis spätestens 13. März 2016 elektronisch hier einzureichen.
Vordrucke für Förderanträge, Richtlinien, Merkblätter, Hinweise und Nebenbestimmungen können beim Förderportal Bund abgerufen werden.