Was Sie schon immer über OER in Bibliotheken wissen wollten! – Einladung zum Treffen des OER Librarian Network beim Bibliothekskongress in Leipzig

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Auch in diesem Jahr trifft sich das OER Librarian Network zum Austausch, zum gegenseitigen Kennenlernen und voneinander Lernen beim Bibliothekskongress 2019 in Leipzig.

Was Sie schon immer über OER und Bibliotheken wissen wollten

Eingeladen sind alle Kolleg*innen, die sich einmal einen Überblick über das Themenfeld OER verschaffen wollen. Für alle Interessierten wird es die Gelegenheit geben, in einem Ask me Anything (AMA) das zu fragen, was Sie schon immer über OER wissen wollten.

Was erwartet Sie sonst noch?

Das Treffen des OER Librarian Network bietet eine Einführung in das Thema OER in Bibliotheken. Es wird ausreichend Gelegenheit geben dafür, sich mit Expert*innen über Fragen rund um das Netzwerk und zu OER in Bibliotheken allgemein auszutauschen. Außerdem wird es um Organisatorisches zum OER Librarian Network gehen: Was wünsche ich mir vom Netzwerk und wie kann/soll das Netzwerk gestaltet sein? Wie kann ich mich in das Netzwerk einbringen?

Wann?

Das Treffen des OER Librarian Networks findet am DIenstag, den 19.03.2019 in der Zeit von 09:00 – 11:00 Uhr in Bankettraum 4 statt.

Wir freuen uns auf Sie und auf Ihre Fragen, Ideen und Anregungen zum Thema OER in Bibliotheken!

Wer?


Weitere Veranstaltungen rund um OER beim Bibliothekskongess

Am Montag, den 18.03.2019 bietet Markus Putnings von der UB Erlangen-Nürnberg in der Zeit von 14:15 – 15:45 Uhr im Seminarraum 6/7 ein Hands on-Lab zur Entwicklung eines Qualitätsanforderungskatalogs für Open Educational Resources (OER) an.

Am Dienstag, den 19.03.2019, findet am Nachmittag von 14:00 bis 16:00 Uhr im Beratungsraum 3 ein Hands on-Lab zum Thema Open Educational Resources – Do It Yourself! statt. Veranstaltet wird der Workshop von Frank Waldschmidt-Dietz, UB Gießen, Nicole Clasen, ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Hamburg, Sabine Stummeyer, TIB, Hannover und Daniela Dobeleit, SLUB, Dresden.

 

OERcamps 2018 – Einladung zur Teilnahme für Bibliotheken

Nach den OERcamps 2017 finden auch in diesem Jahr wieder vier OERcamps in allen Himmelsrichtungen statt. Bibliothekarinnen und Bibliothekare haben die Gelegenheit, sich zu informieren, mit ihren Themen das Programm der OERcamps mitzugestalten und sich zu OER in Bibliotheken auszutauschen.

Was ist ein OERcamp?

Bei den OERcamps treffen sich Praktiker*innen und an OER interessierte Menschen, zum gegenseitigen Austausch. OERcamps gibt es in Deutschland seit 2012, in diesem Jahr zum zweiten Mal an vier Orten in Deutschland.
Wer sich informieren möchte, Fragen zu OER in Bibliotheken hat oder einfach gerne in den Austausch mit anderen Interessierten treten möchte, ist bei den OERcamps richtig!

  • Bad Wildbad (Schwarzwald): 11.–12.5.2018 – in der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen
  • Leipzig: 25.6.–26.6.2018 – in der VDI-GaraGe
  • Hattingen (Ruhr): 8.6.–9.6.2018 – im DGB Bildungszentrum Hattingen
  • Hamburg: 15. 6.–16.6.2018 – in der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation (BMK)

Im zweitägigen Programm gibt es keinen einzigen Vortrag im Hörsaal, dafür aber jede Menge Praxis-Workshops, aus denen man nach eigenen Interessen wählen kann. Von allgemeinen Einführungen ins Thema bis zu vertieften Diskussionen. Im Barcamp-Teil kann man eigene Fragen und Interessen einbringen. Und auf einem Markt der Möglichkeiten lernt man konkrete Materialien und Projekte kennen.

Die Teilnahme ist kostenlos dank einer Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Anmeldung ist ausschließlich online möglich unter: https://www.oercamp.de/18/. Fahrtkosten und ggf. Unterkunft organisieren die Teilnehmenden in Eigenregie. Ausnahme ist das OERcamp Süd: die Akademie Bad Wildbad bietet für bis zu 200 Teilnehmende eine kostenlose Übernachtung von Freitag auf Samstag!

Wie kann ich dabei sein?

  • Wer selbst einen Workshop einreichen möchte, kann dies noch bis zum 8.4.2017 hier tun: http://www.oercamp.de/18/call-for-workshops/
  • Die Anmeldung für alle vier Orte ist für Teilnehmende offen: https://www.oercamp.de/18/
  • Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hat zudem die Möglichkeit, im Barcamp-Teil eigene Fragen und Interessen einzubringen. Eine Einreichung ist für die Sessions nicht notwendig.

Workshops und Sessions zu Bibliotheken und OER in 2017

Bereits bei den OERcamps 2017 fanden an allen vier Orten auch Workshops und Sessions zu Fragen rund um OER und Bibliotheken statt (unter anderem hier im Blog nachzulesen). Beim OERcamp 2017 in Berlin wurde schließlich das OER Librarian Network Germany gegründet, das darauf abzielt, interessierte Kolleginnen und Kollegen miteinander zu vernetzen, den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen ihnen zu fördern und gemeinsam praxisorientierte Handlungskonzepte zu entwickeln.

Kontakt

Bei Fragen steht das Team der OERcamps zur Verfügung.

Beitrag zu „Management von OER in Bibliotheken“ erschienen

Management von OER als Thema für Bibliotheken

Was bedeutet es, OER in Bibliotheken zu managen, was sind die Besonderheiten, welche Anforderungen stellen sich mit OER an Bibliotheken?

Der im Handbuch Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen erschienene Beitrag Management von Open Educational Resources (OER) in Bibliotheken 1 (Fahrenkrog/Plieninger – ungekürzte Autor*innenfassung) liefert nun einen Überblick über die Themen und Fragestellungen, denen sich Bibliotheken bei der Einführung von OER gegenüber sehen:

  • Was sind OER?
  • Geschichtlicher Abriss zu OER
  • OER in Deutschland und die OER-Förderlinie des BMBF
  • Herausforderungen, Aufgaben und Chancen mit OER in Bibliotheken
  • Management von OER in Bibliotheken im Bezug auf:
    • Wissensmanagement
    • erforderliche Kompetenzen für den Umgang mit OER
    • Bibliothek als Ort der digitalen (Weiter-) Bildung
  • Die Einführung von OER gestalten.

Das OER Librarian Network Germany beim Bibliothekartag 2018

Wer das Thema vertiefen möchte ist herzlich dazu eingeladen, am Mittwoch, den 13.06.2018, in der Zeit von 14:00 – 18:00 Uhr am Project-Lab in Form eines Workshops des OER Librarian Network Germany teilzunehmen. Mitglieder und interessierte Bibliothekar*innen haben dort die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur gemeinsamen Weiterentwicklung des Netzwerkes.


1 Fahrenkrog, Gabriele; Plieninger, Jürgen: Management von Open Educational Resources (OER) in Bibliotheken. In: Cornelia Vonhof; Konrad Umlauf (Hg.): Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, 59. Aktualisierungslieferung. Hamburg: Dashöfer, 2017

Bibliotheken, OER und das Verbot der kommerziellen Nutzung (NC)

Das Modul NC (Non-Commercial/nicht-kommerziell) bei den Creative Commons ist beliebt und ist daher weit verbreitet. Viele Urheber wählen diese Lizenz, um möglichst auszuschließen, dass andere mit ihren kreativen Inhalten Geld verdienen.

Was unter ‚kommerzieller Nutzung‘ verstanden wird, ist jedoch leider nicht so einfach zu beurteilen.
So stufte das Landgericht Köln 2014 etwa den Radiosender Deutschlandradio als kommerziellen Nutzer ein, der demnach ein Foto unter der Creative-Commons-Lizenz NC nicht hätte nutzen dürfen.
Bibliotheken, die über Gebühren oder auch über Sponsoring Einnahmen erzielen, könnten nach dieser Lesart ebenfalls als kommerzielle Nutzer gelten. Sie dürften die entsprechend lizenzierten Inhalte nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis des Rechteinhabers verwenden.

Wer aber macht sich tatsächlich die Mühe, in jedem einzelnen Fall die Nutzungsrechte einzuholen? Im Zweifel wird wohl eher auf die Nutzung von Materialien unter NC verzichtet, als sich der Gefahr auszusetzen, möglicherweise gegen Lizenzbestimmungen zu verstoßen.
Ungewollt führt das häufig dazu, dass Materialien, die eigentlich zum Zwecke der einfachen Verbreitung im Internet unter Creative Commons lizenziert veröffentlicht wurden, am Ende nicht genutzt werden.
Dies steht in gewissem Widerspruch zum Gedanken der freien Verbreitung von Wissen, die mit der Verwendung der Creative Commons Lizenzen eigentlich erleichtert werden soll. Aus diesem Grund gelten diese Lizenzen generell nicht als „freie/Open-Culture“-Lizenzen1.

Zu Weiterlesen:

Klimpel, Paul (irights.info): Freies Wissen Dank Creative-Commons-Lizenzen: Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung ’nicht-kommerziell – NC‘. Hrsg. Wikimedia Deutschland, 2012 (PDF), werden Vor- und Nachteile von NC gut verständlich erläutert.

Unter dem Titel ‚Creative Commons: Kommerziell – Nein, Danke?‘ wird bei irights.info erläuert, dass die Weitergabe unter gleichen Bedingungen (SA – Share Alike) eine Alternative zu NC sein kann.

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg stellt die von ihr digitalisierten Bestände unter der Lizenz CC-BY-SA zur Verfügung. Erläuterungen dazu finden sich im Stabi-Blog.

Im Blog infobib von Christian Hauschke finden sich ein paar sehr interessante Beiträge zu Creative Commons und Bibliotheken.


1 Siehe Wiki: Open Content – A Practical Guide to Using Creative Commons Licences

Interview (Video) zum OER-Festival 2016 und Tipps für Bibliotheken

Gerade veröffentlichte die Bundeszentrale für Politische Bildung ein kurzes Interview mit Jöran Muuß-Merholz (Transferstelle für OER) zum OER-Festival 2016. Neben vielen Informationen zum Festival, dem OER-Camp, das am 28. und 29.02. stattfindet und dem OER Fachforum am 01.03. (ab Min. 4:16), gibt es zu Beginn des Interviews Antworten auf grundlegende Fragen zu OER.
Jöran Muuß-Merholz erklärt hier sehr anschaulich in aller Kürze,
– was OER sind
– OER und Lizenzen
– die Bedeutung von OER in der Bildungspolitik
– OER im Bereich der non-formalen Bildung.

Für Bibliotheken gibt es ein paar interessante Hinweise darauf, an welchen Stellen wir mit OER auf welche Weise aktiv werden können.

Betrachten wir, wie Muuß-Merholz anregt, OER als Teil einer Antwort, nicht einer Frage, finden sich leicht ein paar Beispiele, wie wir OER in unsere eigene Arbeit einbeziehen können.

Wie können wir eigene Arbeiten und Materialien online bereit stellen?
OER kann Teil der Antwort sein, indem wir die Materialien (Schulungsunterlagen, Veranstaltungskonzepte, Lehrvideos u.ä.) unter freier Lizenz zur Nachnutzung und Weiterbearbeitung online veröffentlichen.

Wie können wir als Team zusammen arbeiten und Materialien austauschen?
OER kann Teil der Antwort sein, denn unsere unter freier Lizenz veröffentlichten Materialien eignen sich für den Austausch und für eine kollaborative Nachbearbeitung und Weiterentwicklung.

Fragen wir uns, wie können wir Materialien für Lernende in Schulungen und Veranstaltunegn bereitstellen?
OER kann Teil der Antwort sein, denn sie eröffnen die Möglichkeit, dass Lernende Inhalte nicht nur ‚konsumieren‘, sondern mit den Materialien selbst aktiv werden.

Ein weiterer spannender Punkt in diesem Interview ist der Hinweis auf den Bereich der non-formalen, nicht zielgerichteten Bildung, in dem es eine wachsende Zahl als OER veröffentlichter Materialien gibt, von denen viele auch für die Vermittlung in Bibliotheken geeignet sind. Ein Beispiel wäre der am 04.04.2016 erneut startende Online-Kurs „Gratis online lernen„.
In dem als xMOOC konzipiertem Kurs wird gezeigt wie es am besten gelingt, sich kostenfrei mit dem Internet weiterzubilden und es werden Tipps und Tricks zum erfolgreichen Selbstlernen und beim Suchen von hilfreichen Videos, von kostenfreien Kursen oder anderen Lernangeboten gegeben.
Die Materialen zum Selbstlernen stehen unter freier Lizenz online zur Verfügung. Bibliotheken können hier aktiv werden, indem sie sich bspw. als Ausgabestellen für die Arbeitshefte registrieren und den Kurs innerhalb der (Bildungs-) Beratung begleitend bewerben und vermitteln.

Open Educational Resources als Dienstleistungen von Bibliotheken

Erschien zuerst in: Bibliotheksdienst. Volume 49, Issue 12, Pages 1173–1176, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0142 , November 2015

Lizenzinformation: Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 License. (CC BY-NC-ND 4.0)

Wir hatten im letzten Heft in dieser Kolumne das Thema Recherche nach Open Educational Resources (OER) behandelt. Ein wichtiges Feld, da OER nicht (wieder)verwendet werden können, wenn sie nicht gefunden werden! Daher ist das „gewusst wo“ ein zentrales Thema bezüglich der freien Bildungsmaterialien. Doch Recherche ist nicht alles, was Bibliotheken in diesem Feld leisten können, es ist lediglich eine Vorbedingung. Vor Kurzem gab Thomas Hapke, UB der TU Hamburg-Harburg, in seinem Weblog einen Überblick über das Thema Bibliothek und OER.1 Er bemerkte im Fazit: „Geschrieben wird über OER genug, die Herausforderung ist aber, OER zu produzieren.“ Nun ist aber Produktion nur ein Bereich, in dem Bibliotheken entweder allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen Dienstleistungen anbieten könnten. Es wären noch die Bereiche Distribution und Schulung denkbar. Ich möchte hier kurz schildern, welche Handlungsfelder in Bezug auf Produktion, Distribution und Schulung von OER möglich wären und zum Schluss noch anreißen, inwieweit es sinnvoll ist, hier Ressourcen an Arbeitszeit und Mitteln einzusetzen.

Beginnen wir mit der Produktion von OER: Schon jetzt gibt es Bildungsmaterialien, die von Bibliotheken produziert und vorgehalten werden. Wenn man beispielsweise den Bereich Informationskompetenz ansieht, so sind hier auf Homepages, in Lernmanagementsystemen und auf Festplatten viele Tutorials und Lehrunterlagen zu finden, die bereits produziert sind. Es wäre ein Leichtes, diese Materialien auf Homepages und Lernplattformen wie z. B. Ilias oder Moodle freizugeben und mit einer klaren Lizenz zu versehen, so dass sie weiterverwendet werden können. Das ist kein Verlust, da der Mehrwert nicht (nur) durch die Unterlagen generiert wird, sondern erst durch den Einsatz in spezifischen Lehrkontexten. Dies wäre ein Beispiel für einen Bereich, den die Bibliothek selbst verantwortet. Die Produktion von Lehrmaterialien zu den Themen der Trägerorganisation oder jenen der Nutzer wäre ein weiterer Bereich. Hier wäre die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen der Trägerorganisation sinnvoll, beispielsweise bei Wissenschaftlichen Bibliotheken die Hochschuldidaktik, die E-Learning-Abteilung, bei Öffentlichen Bibliotheken die VHS, die Schulen im Umfeld, die Medienstellen, die Jugendhäuser oder andere. Die Zusammenarbeit kann sowohl auf der Ebene der für die Produktion notwendigen Geräte als auch auf der Ebene des Expertenwissens stattfinden.2 Beispielsweise könnte man Makerspaces zusammen mit einem Jugendhaus abhalten, welches die Geräte und das Know-how zu ihrer Bedienung stellt, während die Bibliothek Wissen (beispielsweise zur rechtlichen Lage) und Räume beisteuern könnte. Sie könnte auch die Dokumentation koordinieren, erschließen und veröffentlichen.

Letzteres leitet bereits über zum Handlungsfeld der Distribution. Hier könnten Bibliotheken das Wissen über OER einsetzen, um den Mehrwert zu zeigen, wie sie es in der Vergangenheit schon bezüglich Open Access getan haben. Zentral bei der Distribution von OER sind zum einen die rechtlichen Lizenzen, die eine Weitergabe regeln, als auch die Erschließung von OER durch Metadaten, damit sie richtig recherchiert werden können. Wer schon einmal OA-Dokumente verwaltet hat, die auf eine Homepage oder ein Repositorium geladen werden sollen, weiß, was ich meine: Oft fehlen Schlagwörter, oft fehlt der Titel und der worst case besteht darin, dass die falschen Daten einer Vorgängerversion übernommen wurden. In Folge dessen besteht hier die Möglichkeit zu einer Dienstleistung, nämlich die korrekte Auszeichnung eines freien Lernmediums mit einer CC-Lizenz – notfalls mit der Nachfrage beim Ersteller, was denn intendiert war –, und zu einer weiteren Dienstleistung in Form der korrekten Erschließung des Dokuments bzw. des Mediums, um ihre Auffindbarkeit zu sichern.

Distribution könnte auch bedeuten, eine thematische Sammlung anzulegen – in Form einer Linksammlung oder eines Repositoriums – oder OER in den Katalog mit aufzunehmen. Letzteres könnte zu fortgesetzter Anpassungsarbeit führen, beispielsweise wenn periodisch neue Versionen entstehen. Eine Sammlung entweder auf der Homepage oder auf einem Repositorium erfordert ebenso Pflegeaufwand. Hier wird oft das Gegenargument ins Feld geführt, dass ein Nachteil von OER ihre breite Streuung sei. Komischerweise ist ein solches Argument bezüglich der Situation der OA-Dokumente auf den vielen unterschiedlichen Repositorien noch nie so deutlich vernommen worden. Vermutlich entsteht irgendwann eine vergleichbare Metasuche nach OER wie durch BASE nach Open-Access-Dokumenten.3 Mein Vorschlag wäre hier: Erst einmal handeln und später die Sammlungen zusammenlegen, wenn eine leistungsfähige Infrastruktur entstanden ist. Das Wissenschaftliche Bibliothekswesen ist ja durchaus geübt im Einstampfen von Projekten …

Das letzte Handlungsfeld wäre jenes der Schulung. Hier kann man sich wieder Dienstleistungen vorstellen, die die Bibliothek selbst oder in Zusammenarbeit anbieten kann. Beispielsweise kann man die Schulung der Recherche nach OER ohne Weiteres als Dienstleistung der Bibliothek innerhalb ihres bereits bestehenden Informationskompetenz-Portfolios vorstellen, ohne dass ein Kooperationspartner vonnöten wäre. Im Gebiet der eigentlichen Herstellung von OER ist das schon anders, hier lohnt es sich, mit Personen oder Institutionen (auch: anderen Abteilungen) zu kooperieren, um bei der konkreten Herstellung von OER ökonomisch vorzugehen. Dasselbe gilt für die anderen Bereiche. Denkbar ist auch, zunächst zu kooperieren, um sich das Wissen anzueignen und später selbst den ganzen Umfang zu verantworten. Oder umgekehrt: Zunächst zu schulen, damit dann die Geschulten später OER selbständig herstellen.

Ich hoffe, Sie haben beim Lesen Ihre Phantasie spielen lassen, denn leider ist der Platz zu knapp, dies mit entsprechenden Beispielen zu unterfüttern. Ganz gewiss aber ist Ihnen der Gedanke durch den Kopf gegangen, ob es denn notwendig ist, hier neue „Geschäftsfelder“ einzurichten, sich dafür zu qualifizieren, Zeit zu investieren – wo doch die Zeit schon für die anderen Dinge kaum reicht. Diese Frage wurde schon oft bezüglich der Schulungen im Bereich der Informationskompetenz, der Literaturverwaltungsprogramme, des Wissenschaftlichen Arbeitens, der Publikationsberatung und dem Forschungsdatenmanagement gestellt. Notwendig ist gar nichts! Wenn aber Bibliotheken sich als Bildungsinstitution begreifen, dann macht es Sinn, OER nicht nur als neue Mode zu begreifen, sondern als ein Handlungsfeld, in dem man seinen Nutzern Mehrwerte anbieten und mit anderen Bildungsinstitutionen gut kooperieren kann. Es muss nicht alles auf einmal sein, man kann Schritt für Schritt vorwärts gehen – man sollte es aber planen und gegebenenfalls auch auf die Fahnen schreiben, sprich: ins Leitbild mit aufnehmen und in den Marketingzirkel implementieren. Der Punkt bei der Sache ist: Bibliotheken können hier Spezifisches beitragen. Darauf kommt es an!

 
Fussnoten:

1 Hapke, Thomas: Open Educational Resources und Bibliothek In: Hapke-Weblog, 12. August 2015. http://blog.hapke.de/information-literacy/open-educational-resources-und-bibliotheken/ [Zugriff: 16.08.2015].

2 Eine Öffentliche Bibliothek erstellte ein Video in Zusammenarbeit mit einer Nutzerin: https://www.ycom/watch?v=LvL0SHHei-c&feature=youtube_gdata_player [Zugriff: 16.08.2015].

3 Bielefeld Academic Search

Libraries are for Making

Im Webseiten-Titel hat Stephen Abram noch „New Libraries are vor Making“ stehen, der eigentliche Titel verallgemeinert das Thema für alle Bibliotheken. Das (Vermitteln des) Tun(s), das Produzieren soll also zu den Bibliotheken gehören, nicht nur das Vermitteln von bereits Produziertem? In der Infografik des Beitrages von „Stephen’s Lighthouse“ werden neun Handlungsfelder genannt:

  1. Computerprogramme
  2. Basteln
  3. Minecraft-Spielen
  4. Videospiele
  5. Brettspiele
  6. Kartenspiele
  7. Apps
  8. Programmieren
  9. Kooperative Workshops zur Förderung von Kompetenzen mit anderen Bildungsinstitutionen

Der zweite Teil des Beitrages besteht in einer Matrix zum Vergleich von technischen Geräten für einen Makerspace mit weiterführenden Links.