Sondernummer und Schwerpunktthema der Zeitschrift „Synergie“

OER ist das aktuelle Schwerpunktthema der Zeitschrift Synergie: Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre. Darin wird über die Informationsstelle OER berichtet, es gibt einen Einblick in die Bildungspraxis mit OER und eine Extra-Broschüre fasst u. a. wichtige rechtliche Aspekte rund um OER zusammen.

OERinfo ist in der Ausgabe der Synergie prominent vertreten: Luca Mollenhauer, Jan Neumann, Sonja Borski und Ingo Blees stellen die Informationsstelle OER vor. Im Artikel “Die Informationsstelle OER – Information, Transfer und Vernetzung für OER” erklären sie deren Struktur und Aufgaben.

Caroline Surmann schreibt über europäische Policies zu Open Education und OER und es gibt Praxisberichte aus verschiedenen Bildungsbereichen.

In Form eines Extrahefts liegt der Zeitschrift die Synergie Praxis: OER – Open Educational Resources bei. Die Broschüre greift unter anderem Fragen zum Urheberrecht, zu OER-Fundstellen und zur Lizenzierung auf. Sie wird ergänzt durch das Infoposter „Der Weg zu OER“.

Das alles ist erst der Anfang: Die Zeitschrift Synergie startet mit der nun vorliegenden Ausgabe 03 einen Themenschwerpunkt zu OER, der sich über mehrere Ausgaben erstrecken wird. Kooperationspartner des Schwerpunkts zu OER ist das Projekt „SynLLOER“ (ein Projekt der BMBF-Förderrichtlinie OERinfo 2017).

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Sonja Borski für OERinfo – Informationsstelle OER.

tutory-Leitfaden Urheberrecht, Creative Commons und OER

tutory.de bietet einen leicht verständlichen und praxisbezogenen Einstieg in die freien Lizenzen von Creative Commons, offene Bildungsmaterialien (engl.: OER – Open Educational Resources) und liefert zahlreiche Unterrichtsbeispiele für ihre Anwendung und erläutert das Veröffentlichen mit freien Lizenzen. Dies getrennt für drei Zielgruppen:

  1. Lehrende und Referendarinnen/Referendare aller Fächer
  2. Dozierende an Hochschulen (hier vor allem bezogen auf Studiengänge für Lehramt)
  3. Studierende aller Fächer

Ich habe Nr. 2 überflogen und finde die knapp 30seitige Broschüre sehr hilfreich! Auch zur Recherche nach OER sind Ressourcen aufgeführt. – Hier geht’s zum Blogeintrag auf tutory.de mit den Downloadmöglichkeiten.

[Übernommener Beitrag:] November 2016 – Start von OERinfo

Endlich ist es so weit: heute startet das BMBF-geförderte Projekt einer Informationsstelle OER. An diesem Ort wird im Laufe der nächsten Monate das Informationsangebot rund um OER erweitert. Die Informationsstelle kümmert sich dann um Informationen, Transfer und Vernetzung zu Open Educational Resources, kurz OERinfo. Im Hintergrund arbeitet das Projektteam von OERinfo unter Hochdruck daran, das geplante erweiterte Angebot übersichtlich und nutzerfreundlich in einem aktualisierten Webauftritt zu präsentieren. Im Zeitraum Februar/März 2017 soll der Relaunch stattfinden.

BMBF-Förderprogramm

OERinfo bewegt sich im Kontext der aktuellen Förderung des BMBF zum Thema „Digitale Bildung“. Anschließend an das Projekt Mapping OER und die OER-Machbarkeitsstudie – beide BMBF-gefördert – wird nun in den Bildungsbereichen Schule, Hochschule, Berufsbildung und Weiterbildung der Kompetenzaufbau zum Thema OER in Organisationen der Fort- und Weiterbildung gefördert mit dem Ziel der Sensibilisierung und Qualifizierung von pädagogischem Personal und Multiplikatoren.

Diese Qualifizierungsprojekte in ihrer Kommunikation und Vernetzung zu unterstützen, wird mit zu den Aufgaben von OERinfo gehören. Wir freuen uns darauf, die Projekte hier im Laufe des nächsten Jahres nach und nach vorstellen zu können und sind gespannt auf deren Fortschritte und erste Resultate.

Drei Säulen

Das ist spannend und wichtig, aber OERinfo hat natürlich noch einiges mehr vor: zum einen die vorhandenen Ressourcen zu OER zu sichten, das Informative und Spannende auszuwählen und unter verschiedenen Nutzerperspektiven zusammenzuführen – kurz: zu kuratieren -, und zum anderen das OER-Geschehen zu begleiten und aktuelle Entwicklungen mit verschiedenen Formaten interessant aufzubereiten. Dabei werden wir ab und zu auch den Blick über den Tellerrand ins Ausland wagen: sei es in Meldungen, Kommentaren oder Interviews, in WebTalks, Erklärvideos oder Checklisten. Wenn auch erweitert in Themen und Formaten wird die Aufbereitung des OER-Diskurses die bekannte Handschrift des Redaktionsteams von J&Kzeigen.

Um die Landschaft der OER-Akteure in D-(A-CH) noch übersichtlicher aufzuzeigen und die vielfältige Bezüge zwischen diesen erkennbar zu machen, wird die OER World Map lokalisiert zu einer #OERde-Karte. Die Karte wird in Anlehnung an den zum OERde16-Festival erschienenen OER-Atlas 2016 entwickelt und online alle aktuellen Entwicklungen fortlaufend nachzeichnen und passgenau in der deutschen Bildungslandschaft verorten. Ebenso wie für die OER World Map und den OER-Atlas wird das Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW(hbz) für die Erstellung und Redaktion der #OERde-Karte zuständig sein.

Nicht alle OER-Interessierten kommen sofort als Experten und Expertinnen zu OERinfo. Um gerade auch Neuneinsteigern den Zugang zum Thema OER zu erleichtern, wird es entsprechende Informationsangebote geben. Zur Übersicht dienen die Dossiers des Deutschen Bildungsservers zu OER in einzelnen Bildungsbereichen. Um sich mit den Besonderheiten von OER vertraut zu machen, wird es ein Glossar geben. Und für diejenigen, die sich intensiver mit der Thematik beschäftigen wollen, wird es Zusammenstellungen von Fachliteratur aus Pädagogik, Erziehungswissenschaften und angrenzenden Fächern geben, die im Fachportal Pädagogik recherchiert und für OERinfo ausgewählt wurden.

Partner für Bildungsbereiche

Die Dossiers für OER in den Bildungsbereichen werden mit Informationsmodulen weiter ausgebaut, die von weiteren Spezialisten für die Bildungsbereiche konzipiert werden und worin z.B. auch Best Practice-Beispiele aus den einzelnen Bereichen Anschauungsmaterial zum OER-Einsatz bieten. Für die Bereiche Schule, Hochschule, Berufsbildung und Erwachsenenbildung werden hierbei das FWU – Medieninstitut der Länder, das Netzwerk eLearning NRW (angesiedelt am LearningLab der Universität Duisburg Essen, mit bundesweitem Aktionsradius), das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) das Angebot von OERinfo mitgestalten. Der Transfer in und die Vernetzung mit den bereichsspezifischen Communitys soll zudem durch Fachpublikationen und die direkte Kommunikation im Rahmen von Fachveranstaltungen verstärkt werden.

Lassen Sie uns in Kontakt bleiben!

Die Projektpartner von OERinfo werden in den nächsten Wochen hier in Einzelporträts noch einmal näher mit ihren Themen und Aufgaben vorgestellt. Und damit Sie zeitnah zu aktuellen Events und Entwicklungen zu OER auf dem Laufenden bleiben, wird es neben einem OER-Kalender, einem Newsletter und einem RSS-Feed natürlich auch Social Media-Kanäle beiTwitter und Facebook geben, auf denen alle an OER bzw. digitaler Bildung Interessierten das Geschehen nicht nur verfolgen, sondern miteinander ins Gespräch kommen können.

Das OERinfo-Team freut sich darauf, OER in Deutschland bekannter zu machen und zur Umsetzung der Potenziale von OER beizutragen. Die nächsten Monate werden sehr spannend, bleiben Sie dabei und erzählen Sie es weiter.

 

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz.Urheber ist: Team OERinfo für OERinfo – Informationsstelle OER. Dieser Name muss bei einer Wiederverwendung genannt werden.

Leitfaden zu Open Educational Resources für Bibliotheken und Informationseinrichtungen

Leitfaden zu Open Educational Resources für Bibliotheken und Informationseinrichtungen / Caroline Bartsch … – Hannover: Handbuch.io. [Stand: 07.06.2016. Online unter: https://handbuch.tib.eu/w/Leitfaden_zu_Open_Educational_Resources_für_Bibliotheken_und_Informationseinrichtungen#]

Dieser Leitfaden soll eine Übersicht darüber geben wie man Open Educational Resources (kurz OER) erstellt.
Es werden inhaltliche, technische und rechtliche Aspekte betrachtet. Die Beispiele stammen aus dem Themenbereich Informationskompetenz.

Ergebnis eines Studierendenprojektes im Studiengang „Informationsmanagement – berufsbegleitend“ an der Hochschule Hannover.

Suche nach Open Educational Resources

Erschien zuerst in: Bibliotheksdienst. Volume 49, Issue 10-11, Pages 1074–1077, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0126, October 2015

Lizenzinformation: Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 License. (CC BY-NC-ND 4.0)

Open Educational Resources – oder kurz OER genannt – sind freie Bildungsmaterialien, die sehr heterogen ausfallen können. Sie können sich zwischen einer Bilddatei, beispielsweise einer Grafik und einem Onlinekurs (MOOC = Massive Open Online Course) bewegen. Der Bezug zu Bibliotheken liegt auf der Hand: Einrichtungen mit einem Bildungsauftrag, ganz gleich ob Öffentliche oder Wissenschaftliche Bibliothek, haben eine Affinität zu Bildungsmaterialien. Da im Zuge von Open Access (OA) schon viele Erfahrungen mit Produktion, Erschließung und Speicherung bei Bibliotheken vorliegen – warum sollte dies nicht erneut eine Aufgabe sein, die Bibliotheken gut zu Gesicht steht? Der Unterschied zu Open Access liegt ja letztlich nur darin, dass diese Materialien einen direkten Bezug zu einer Verwendung in einem pädagogischen Zusammenhang haben, was bei Open Access nur vermittelt der Fall ist. Der didaktische Zweck sollte also einigermaßen auf der Hand liegen und nicht weit hergeholt werden. Auch in der Lizenzierung gleichen sich OER und OA, es sind auch hier wieder vor allem Creative Commons (CC)-Lizenzen im Einsatz. Ich möchte in diesem Heft gerne die Suche nach OER behandeln und im nächsten Heft dann Dienstleistungen aufzeigen, die Bibliotheken rund um Open Educational Resources anbieten könnten.

Bei der Recherche nach OER zeigt sich ein paradoxes Bild: Während allgemein in der Websuche die Linksammlungen derzeit reihenweise eingestellt werden, sind in diesem Feld vor allem Linksammlungen zu finden. Vielleicht ist eine Linksammlung das Medium, um neue Felder von Inhalten zu erschließen, bevor sie dann automatisch indexiert werden können. Jedenfalls werden Sie in diesem Feld nur selten Spezialsuchmaschinen finden, ein seltenes Beispiel ist Elixier http://www.bildungsserver.de/elixier/, welche die Inhalte des Bildungsservers, der meisten Landesbildungsserver und einige andere Seiten durchsucht. Man kann hier auch nach bestimmten Lizenzen eingeschränkt suchen. Damit sind die beiden Kriterien für eine Suche nach OER erfüllt, zum einen die Suche nach Bildungsmaterialien und zum anderen nach den Lizenzen, die es einigermaßen sicher machen, dass man diese weiterverwenden, -verteilen und mixen kann. Wenn man mittlerweile bei Google/Google Images, bei CC-Search http://search.creativecommons.org/?lang=de oder bei Flickr http://flickr.com in der erweiterten Suche (stets erst nach einer Recherche zu Anfang auswählbar) nach verschiedenen CC-Lizenzen recherchieren kann, dann ist das zwar sehr zu begrüßen, es fehlt aber der Aspekt des Filterns nach Bildungsmaterialien, damit man ohne großen Zeitaufwand OER recherchieren könnte. So aber muss man per Hand die Ergebnisse durchsehen und beurteilen, ob die Ergebnisse in einen pädagogischen Verwendungszusammenhang passen. Das ist übrigens auch die Crux von einer sehr hilfreichen Übersicht namens Find OER https://open4us.org/find-oer/, die wunderbar die verschiedensten Dienste auflistet, die freie Materialien erschließen – aber meist recherchiert man mit diesen die freien Lizenzen, nicht aber Bildungsmaterialien. Diese Einschränkung fehlt oft.

Abb. 1:Creative Commons Search bietet eine Suchoberfläche für verschiedene Quellen.

Kommen wir also zu den Linksammlungen. Hier gibt es eine Plattform, die bereits bestand, als von OER noch gar nicht die Rede war, nämlich ZUM, die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet unter http://www.zum.de. Die wohl umfangreichste Plattform ist Open Education Europa http://openeducationeuropa.eu/de, mit deren Hilfe man nach Kursen, MOOCs, Ressourcen und Institutionen suchen und jeweils bei den Ergebnissen weiter einschränken kann. Die OER-Plattform der UNESCO http://www.oerplatform.org/ist im Vergleich dazu bezüglich dem verfügbaren Inhalt weit abgeschlagen. Im englischsprachigen Raum ist noch OERcommons https://www.oercommons.org/oer ein sehr brauchbarer Index. Wenn es so etwas im deutschsprachgien Raum und gut gefüllt gäbe, dann wäre man glücklich! Wer sich bezüglich Repositorien, die OER enthalten könnten, umtun will, findet eine Liste in einem Weblog unter https://oerqualityproject.wordpress.com/2012/10/22/directory-of-oer-repositories/mit dem Hinweis „last update August 2014“. Vieles ist nicht vertrauenerweckend, gleichwohl ist es anregend, die Liste durchzugehen. Englischsprachige Ressourcen wie z. B. Onlinekurse und MOOCs listet Open Culture http://www.openculture.com/auf – das ist sowieso eine Fundgrube für freie Materialien, in der man gut stöbern kann!

Im Bereich der Datenbanken könnten Sie die FIS Bildung http://www.fachportal-paedagogik.de/fis_bildung/fis_form.html ausprobieren. Hier kann man ein Häkchen bei „nur Volltexte“ setzen, bekommt so frei zugängliche Inhalte und kann dann bei der Ergebnisdarstellung rechts in der Leiste unter „Suche verfeinern“ nach „Unterricht“ oder „Schulunterricht“ etc. Ausschau halten. Ob das gefundene Material dann weiterverwendbar ist, sollten Sie dem Dokument selbst entnehmen.

Wenn man den Web-2.0-Gedanken verfolgt, dann müsste es auch möglich sein, die Community mitsammeln zu lassen und dies zu nutzen! Ein Beispiel wäre das entsprechende Schlagwort bei Edutags, einem Social-Bookmark-Service unter http://www.edutags.de/. Bei Diigo, ebenfalls einem Bookmarkservice, sammelt eine Gruppe unter https://groups.diigo.com/group/openeducationalresources. Auch Blogeinträge lassen sich so suchen, derzeit am besten bei Twingly Blog Search http://www.twingly.com/search?q=OER. Sie können ja im Suchfenster noch ein Thema ergänzen und so herausfinden, ob es Blogeinträge hierzu gibt. Falls es effektiv war, kann man die Suche auch per RSS abonnieren. Beim Thema Blogs sind wir auch gleich beim Thema Neuigkeiten, wie recherchiert man die? Nehmen Sie zwei: Die Transferstelle für OER http://open-educational-resources.de/und Bibliotheken und OER https://biboer.wordpress.com/.

Abb. 2:Hier sammelt die Community: Sozialer Bookmarkdienst edutags.

Wünschenswert wären in diesem Bereich, das sollte zum Schluss festgehalten werden, Suchinstrumente, die sowohl die entsprechenden Lizenzen recherchierbar machen – das ist schon ganz gut umgesetzt, aber noch nicht im Bereich der Suchmaschinen – und gleichzeitig die Ergebnismenge nicht nur auf den Bereich der offenen Materialien, sondern explizit der Bildungsmaterialien eingrenzen. Hier wäre zudem für eine effektive Recherche erforderlich, dass auf bestimmte Einsatzgebiete (Schule, Hochschule, Weiterbildung) und Stufen eingeschränkt werden kann. Zukunftsmusik. Vorbedingung wäre eine entsprechende Erschließung der Materialien. Das wäre der Bereich der Metadaten, die auch eine Dienstleistung von Bibliotheken sein könnten, wo sie zumindest ihre Expertise ins Spiel bringen könnten, vielleicht auch mehr. Darüber nächstes Mal mehr!