Webinar „Qualität bei OER“

Am 25. Juni fand das Webinar „Die Suche nach Qualität bei OER – Ein Austausch mit allen Bildungsbereichen!“ statt. Das Moderationsteam stellte zum einen Beispiele guter OER-Praxis vor. Für die Erwachsenen- und Weiterbildung präsentierte Dr. Magdalena Spaude (DIE) das Lernangebot OpenDigiMedia. Zum anderen wurde eine rege Diskussion geführt und die Teilnehmenden konnten bei Umfragen mitmachen. 

[via wb-web.de]

Die Aufzeichnungen aus dem Webinar sind nun online.

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Ein Kompetenzrahmen für OER – Das Open Educational Resources Competency Framework

Screenshot Open Educational Resources Competency Framework (Ausschnitt), International Organisation De La Francophonie (IOF), CC BY 4.0.

Wie kann ich selbst in Schulungen und Workshops grundlegendes Wissen zu OER vermitteln? Welche Fertigkeiten sollten im Umgang mit OER vorhanden sein? Zu diesen Fragen bietet das Open Educational Competency Framework OER einen Handlungsrahmen zur Orientierung. Wir stellen das Framework vor.

Das Bewusstsein für OER wächst. Damit es aber auch zu nachhaltigem Wandel in der Praxis kommt, müssen Lehrende und Lernende über grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten in Bezug auf freie Bildungsmaterialien verfügen. Das Open Educational Resources Competency Framework stellt einen Rahmen für die Vermittlung von OER bereit, der bei der Konzeption von Schulungen zur Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit OER herangezogen werden kann. Dabei listet das Framework in fünf Handlungsfeldern zu erlernende Kompetenzen auf, die den Umgang mit OER erleichtern:

  • OER kennenlernen
  • Suche nach OER
  • OER nutzen
  • Selbst OER erstellen
  • OER teilen

Entwickelt wurde der Kompetenzrahmen von der Internationalen Organisation der Frankophonie (IOF), partnerschaftlich mit der UNESCO, der Arabischen Liga für Bildung, Kultur und Medien (ALECSO), dem Open Education Consortium und der Virtuellen Universität Tunis.

Das Open Educational Resources Competency Framework liegt in den Sprachen EnglischFranzösischSpanisch zum Download vor.

Creative Commons Lizenzvertrag

Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabi Fahrenkrog für OERinfo – Informationsstelle OER.

MOOC #coer16 – auch für Bibliotheken!

Das Thema OER bleibt für viele Kolleginnen und Kollegen eher theoretisch, denn oft ist unklar, warum und zu welchem Zweck wir uns überhaupt mit offenen Bildungsressourcen auseinandersetzen sollten. Außerdem sind die an OER interessierten Mitarbeitenden in Bibliotheken bislang nicht oder nur sehr lose miteinander vernetzt, ein Austausch untereinander findet praktisch nicht statt.

Eine gute Gelegenheit mit anderen Kolleginnen und Kollegen gemeinsam mehr über OER zu lernen und sich zu den einzelnen Themen über eine gemeinsame Plattform auszutauschen, bietet der MOOC (Erläuterung: was ist ein MOOC?) coer16, der wieder bei oncampus zur Verfügung gestellt wird.

Nach coer13 und coer15 startet am 23. Mai 2016 der MOOC coer16 . Der Kurs umfasst 6 Themen in 6 Wochen wobei der Aufwand für die Teilnehmenden etwa 1 – 2 Stunden pro Woche beträgt. Die Teilnahme am Kurs ist kostenlos, Vorkenntnisse werden keine vorausgesetzt. Für die Teilnahme kann eine Teilnahmebescheinigungt ausgestellt werden.

Geeignet ist der Kurs für alle

  • die daran interessiert sind, OER zum Lernen oder Lehren zu nutzen,
  • die daran interessiert sind, eigene Materialien anderen als OER zur Verfügung zu stellen,
  • die sich einen Überblick über das Thema OER verschaffen sowie bestehende Initiativen und Projekte kennenlernen möchten,
  • die Erfahrungen im Bereich OER haben und Lust haben, diese vertiefend zu diskutieren.

Die Themen sind:

  1. Was sind OER?
  2. OER suchen und finden
  3. OER selber machen
  4. OER Einsatzszenarien
  5. Finanzierung von OER
  6. OER an Schule und Hochschule

Durch konkrete Beispiele und Hinweise erfahrener Praktiker wird der Bezug zur Praxis gewährleistet.

Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Ich selbst werde an diesem Kurs teilnehmen und es würde mich freuen, viele von Euch dort zu treffen und gemeinsam in einen Austausch über OER in Bibliotheken einzusteigen 🙂

Hashtag: #coer16

Interview (Video) zum OER-Festival 2016 und Tipps für Bibliotheken

Gerade veröffentlichte die Bundeszentrale für Politische Bildung ein kurzes Interview mit Jöran Muuß-Merholz (Transferstelle für OER) zum OER-Festival 2016. Neben vielen Informationen zum Festival, dem OER-Camp, das am 28. und 29.02. stattfindet und dem OER Fachforum am 01.03. (ab Min. 4:16), gibt es zu Beginn des Interviews Antworten auf grundlegende Fragen zu OER.
Jöran Muuß-Merholz erklärt hier sehr anschaulich in aller Kürze,
– was OER sind
– OER und Lizenzen
– die Bedeutung von OER in der Bildungspolitik
– OER im Bereich der non-formalen Bildung.

Für Bibliotheken gibt es ein paar interessante Hinweise darauf, an welchen Stellen wir mit OER auf welche Weise aktiv werden können.

Betrachten wir, wie Muuß-Merholz anregt, OER als Teil einer Antwort, nicht einer Frage, finden sich leicht ein paar Beispiele, wie wir OER in unsere eigene Arbeit einbeziehen können.

Wie können wir eigene Arbeiten und Materialien online bereit stellen?
OER kann Teil der Antwort sein, indem wir die Materialien (Schulungsunterlagen, Veranstaltungskonzepte, Lehrvideos u.ä.) unter freier Lizenz zur Nachnutzung und Weiterbearbeitung online veröffentlichen.

Wie können wir als Team zusammen arbeiten und Materialien austauschen?
OER kann Teil der Antwort sein, denn unsere unter freier Lizenz veröffentlichten Materialien eignen sich für den Austausch und für eine kollaborative Nachbearbeitung und Weiterentwicklung.

Fragen wir uns, wie können wir Materialien für Lernende in Schulungen und Veranstaltunegn bereitstellen?
OER kann Teil der Antwort sein, denn sie eröffnen die Möglichkeit, dass Lernende Inhalte nicht nur ‚konsumieren‘, sondern mit den Materialien selbst aktiv werden.

Ein weiterer spannender Punkt in diesem Interview ist der Hinweis auf den Bereich der non-formalen, nicht zielgerichteten Bildung, in dem es eine wachsende Zahl als OER veröffentlichter Materialien gibt, von denen viele auch für die Vermittlung in Bibliotheken geeignet sind. Ein Beispiel wäre der am 04.04.2016 erneut startende Online-Kurs „Gratis online lernen„.
In dem als xMOOC konzipiertem Kurs wird gezeigt wie es am besten gelingt, sich kostenfrei mit dem Internet weiterzubilden und es werden Tipps und Tricks zum erfolgreichen Selbstlernen und beim Suchen von hilfreichen Videos, von kostenfreien Kursen oder anderen Lernangeboten gegeben.
Die Materialen zum Selbstlernen stehen unter freier Lizenz online zur Verfügung. Bibliotheken können hier aktiv werden, indem sie sich bspw. als Ausgabestellen für die Arbeitshefte registrieren und den Kurs innerhalb der (Bildungs-) Beratung begleitend bewerben und vermitteln.

Open Educational Resources als Dienstleistungen von Bibliotheken

Erschien zuerst in: Bibliotheksdienst. Volume 49, Issue 12, Pages 1173–1176, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0142 , November 2015

Lizenzinformation: Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 License. (CC BY-NC-ND 4.0)

Wir hatten im letzten Heft in dieser Kolumne das Thema Recherche nach Open Educational Resources (OER) behandelt. Ein wichtiges Feld, da OER nicht (wieder)verwendet werden können, wenn sie nicht gefunden werden! Daher ist das „gewusst wo“ ein zentrales Thema bezüglich der freien Bildungsmaterialien. Doch Recherche ist nicht alles, was Bibliotheken in diesem Feld leisten können, es ist lediglich eine Vorbedingung. Vor Kurzem gab Thomas Hapke, UB der TU Hamburg-Harburg, in seinem Weblog einen Überblick über das Thema Bibliothek und OER.1 Er bemerkte im Fazit: „Geschrieben wird über OER genug, die Herausforderung ist aber, OER zu produzieren.“ Nun ist aber Produktion nur ein Bereich, in dem Bibliotheken entweder allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen Dienstleistungen anbieten könnten. Es wären noch die Bereiche Distribution und Schulung denkbar. Ich möchte hier kurz schildern, welche Handlungsfelder in Bezug auf Produktion, Distribution und Schulung von OER möglich wären und zum Schluss noch anreißen, inwieweit es sinnvoll ist, hier Ressourcen an Arbeitszeit und Mitteln einzusetzen.

Beginnen wir mit der Produktion von OER: Schon jetzt gibt es Bildungsmaterialien, die von Bibliotheken produziert und vorgehalten werden. Wenn man beispielsweise den Bereich Informationskompetenz ansieht, so sind hier auf Homepages, in Lernmanagementsystemen und auf Festplatten viele Tutorials und Lehrunterlagen zu finden, die bereits produziert sind. Es wäre ein Leichtes, diese Materialien auf Homepages und Lernplattformen wie z. B. Ilias oder Moodle freizugeben und mit einer klaren Lizenz zu versehen, so dass sie weiterverwendet werden können. Das ist kein Verlust, da der Mehrwert nicht (nur) durch die Unterlagen generiert wird, sondern erst durch den Einsatz in spezifischen Lehrkontexten. Dies wäre ein Beispiel für einen Bereich, den die Bibliothek selbst verantwortet. Die Produktion von Lehrmaterialien zu den Themen der Trägerorganisation oder jenen der Nutzer wäre ein weiterer Bereich. Hier wäre die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen der Trägerorganisation sinnvoll, beispielsweise bei Wissenschaftlichen Bibliotheken die Hochschuldidaktik, die E-Learning-Abteilung, bei Öffentlichen Bibliotheken die VHS, die Schulen im Umfeld, die Medienstellen, die Jugendhäuser oder andere. Die Zusammenarbeit kann sowohl auf der Ebene der für die Produktion notwendigen Geräte als auch auf der Ebene des Expertenwissens stattfinden.2 Beispielsweise könnte man Makerspaces zusammen mit einem Jugendhaus abhalten, welches die Geräte und das Know-how zu ihrer Bedienung stellt, während die Bibliothek Wissen (beispielsweise zur rechtlichen Lage) und Räume beisteuern könnte. Sie könnte auch die Dokumentation koordinieren, erschließen und veröffentlichen.

Letzteres leitet bereits über zum Handlungsfeld der Distribution. Hier könnten Bibliotheken das Wissen über OER einsetzen, um den Mehrwert zu zeigen, wie sie es in der Vergangenheit schon bezüglich Open Access getan haben. Zentral bei der Distribution von OER sind zum einen die rechtlichen Lizenzen, die eine Weitergabe regeln, als auch die Erschließung von OER durch Metadaten, damit sie richtig recherchiert werden können. Wer schon einmal OA-Dokumente verwaltet hat, die auf eine Homepage oder ein Repositorium geladen werden sollen, weiß, was ich meine: Oft fehlen Schlagwörter, oft fehlt der Titel und der worst case besteht darin, dass die falschen Daten einer Vorgängerversion übernommen wurden. In Folge dessen besteht hier die Möglichkeit zu einer Dienstleistung, nämlich die korrekte Auszeichnung eines freien Lernmediums mit einer CC-Lizenz – notfalls mit der Nachfrage beim Ersteller, was denn intendiert war –, und zu einer weiteren Dienstleistung in Form der korrekten Erschließung des Dokuments bzw. des Mediums, um ihre Auffindbarkeit zu sichern.

Distribution könnte auch bedeuten, eine thematische Sammlung anzulegen – in Form einer Linksammlung oder eines Repositoriums – oder OER in den Katalog mit aufzunehmen. Letzteres könnte zu fortgesetzter Anpassungsarbeit führen, beispielsweise wenn periodisch neue Versionen entstehen. Eine Sammlung entweder auf der Homepage oder auf einem Repositorium erfordert ebenso Pflegeaufwand. Hier wird oft das Gegenargument ins Feld geführt, dass ein Nachteil von OER ihre breite Streuung sei. Komischerweise ist ein solches Argument bezüglich der Situation der OA-Dokumente auf den vielen unterschiedlichen Repositorien noch nie so deutlich vernommen worden. Vermutlich entsteht irgendwann eine vergleichbare Metasuche nach OER wie durch BASE nach Open-Access-Dokumenten.3 Mein Vorschlag wäre hier: Erst einmal handeln und später die Sammlungen zusammenlegen, wenn eine leistungsfähige Infrastruktur entstanden ist. Das Wissenschaftliche Bibliothekswesen ist ja durchaus geübt im Einstampfen von Projekten …

Das letzte Handlungsfeld wäre jenes der Schulung. Hier kann man sich wieder Dienstleistungen vorstellen, die die Bibliothek selbst oder in Zusammenarbeit anbieten kann. Beispielsweise kann man die Schulung der Recherche nach OER ohne Weiteres als Dienstleistung der Bibliothek innerhalb ihres bereits bestehenden Informationskompetenz-Portfolios vorstellen, ohne dass ein Kooperationspartner vonnöten wäre. Im Gebiet der eigentlichen Herstellung von OER ist das schon anders, hier lohnt es sich, mit Personen oder Institutionen (auch: anderen Abteilungen) zu kooperieren, um bei der konkreten Herstellung von OER ökonomisch vorzugehen. Dasselbe gilt für die anderen Bereiche. Denkbar ist auch, zunächst zu kooperieren, um sich das Wissen anzueignen und später selbst den ganzen Umfang zu verantworten. Oder umgekehrt: Zunächst zu schulen, damit dann die Geschulten später OER selbständig herstellen.

Ich hoffe, Sie haben beim Lesen Ihre Phantasie spielen lassen, denn leider ist der Platz zu knapp, dies mit entsprechenden Beispielen zu unterfüttern. Ganz gewiss aber ist Ihnen der Gedanke durch den Kopf gegangen, ob es denn notwendig ist, hier neue „Geschäftsfelder“ einzurichten, sich dafür zu qualifizieren, Zeit zu investieren – wo doch die Zeit schon für die anderen Dinge kaum reicht. Diese Frage wurde schon oft bezüglich der Schulungen im Bereich der Informationskompetenz, der Literaturverwaltungsprogramme, des Wissenschaftlichen Arbeitens, der Publikationsberatung und dem Forschungsdatenmanagement gestellt. Notwendig ist gar nichts! Wenn aber Bibliotheken sich als Bildungsinstitution begreifen, dann macht es Sinn, OER nicht nur als neue Mode zu begreifen, sondern als ein Handlungsfeld, in dem man seinen Nutzern Mehrwerte anbieten und mit anderen Bildungsinstitutionen gut kooperieren kann. Es muss nicht alles auf einmal sein, man kann Schritt für Schritt vorwärts gehen – man sollte es aber planen und gegebenenfalls auch auf die Fahnen schreiben, sprich: ins Leitbild mit aufnehmen und in den Marketingzirkel implementieren. Der Punkt bei der Sache ist: Bibliotheken können hier Spezifisches beitragen. Darauf kommt es an!

 
Fussnoten:

1 Hapke, Thomas: Open Educational Resources und Bibliothek In: Hapke-Weblog, 12. August 2015. http://blog.hapke.de/information-literacy/open-educational-resources-und-bibliotheken/ [Zugriff: 16.08.2015].

2 Eine Öffentliche Bibliothek erstellte ein Video in Zusammenarbeit mit einer Nutzerin: https://www.ycom/watch?v=LvL0SHHei-c&feature=youtube_gdata_player [Zugriff: 16.08.2015].

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