Öffentliche Bibliothek als Bildungsplattform für Lernteams


cc-by 4.0 Agentur J&K – Joeran und Konsorten für OERinfo – Informationsstelle OER

Bei der re:publica 2018 stellten Philipp Schmidt vom MIT Media Lab und Bettina Scheurer von der Stadtbibliothek Köln in der Session „Fanclub Öffentliche Bibliotheken“ gemeinsam die Idee der Learning Circles in Öffentlichen Bibliotheken vor, die auf dem Konzept der von Philipp Schmidt gegründeten P2P-University basiert. Die Stadtbibliothek Köln bietet inzwischen eine Adaption des Konzeptes für „Lernteams“ innerhalb der Bibliothek an. Im Interview mit OERinfo sprechen sie über die Umsetzung von Lernen in „Lernteams“ in der Stadtbibliothek Köln.

Öffentliche Bibliotheken und das MIT Media Lab unterstützen beide ein offenes, kollaboratives Umfeld, in dem gemeinsames kollaboratives Lernen ermöglicht wird.

Bei der re:publica 2018 stellten Philipp Schmidt, MIT Media Lab und Bettina Scheurer, Stadtbibliothek Köln, in der Session „Fanclub Öffentliche Bibliotheken“ die Idee der Learning Circles oder auch „Lernteams“ in Öffentlichen Bibliotheken vor. Vorbild der Kölner „Lernteams“ ist die Peer 2 Peer University (P2PU), eine Organisation, die Ihre Materialien zur freien Nutzung als OER zur Verfügung stellt. Die Mitglieder der „Lernteams“ lernen online zu Hause und treffen sich zum gemeinsamen Lernen regelmäßig in der Bibliothek.

Eine Anleitung für die Kursplanung als OER

Bibliotheken stellen mit dem Learning Circles Facilitator Handbook eine Anleitung für die Kursplanung sowie genau definierte Curricula für die 6- wöchigen Begleittreffen bereit. Nicole James von der Kölner Stadtbibliothek hat eine Kurzversion des Handbuchs der P2P-University als Leitfaden übersetzt und zur Verfügung gestellt.

Dieses Video wurde bei der re:publica 2018 aufgezeichnet, die vom 2. bis 4.5.2018 in Berlin stattfand. Das Video wurde gestaltet von Jöran Muuß-Merholz (vor der Kamera) und Christopher Dies (hinter der Kamera).

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabi Fahrenkrog für OERinfo – Informationsstelle OER. Das Video ist von Youtube aus eingebettet.

OERcamps 2018 – Einladung zur Teilnahme für Bibliotheken

Nach den OERcamps 2017 finden auch in diesem Jahr wieder vier OERcamps in allen Himmelsrichtungen statt. Bibliothekarinnen und Bibliothekare haben die Gelegenheit, sich zu informieren, mit ihren Themen das Programm der OERcamps mitzugestalten und sich zu OER in Bibliotheken auszutauschen.

Was ist ein OERcamp?

Bei den OERcamps treffen sich Praktiker*innen und an OER interessierte Menschen, zum gegenseitigen Austausch. OERcamps gibt es in Deutschland seit 2012, in diesem Jahr zum zweiten Mal an vier Orten in Deutschland.
Wer sich informieren möchte, Fragen zu OER in Bibliotheken hat oder einfach gerne in den Austausch mit anderen Interessierten treten möchte, ist bei den OERcamps richtig!

  • Bad Wildbad (Schwarzwald): 11.–12.5.2018 – in der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen
  • Leipzig: 25.6.–26.6.2018 – in der VDI-GaraGe
  • Hattingen (Ruhr): 8.6.–9.6.2018 – im DGB Bildungszentrum Hattingen
  • Hamburg: 15. 6.–16.6.2018 – in der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation (BMK)

Im zweitägigen Programm gibt es keinen einzigen Vortrag im Hörsaal, dafür aber jede Menge Praxis-Workshops, aus denen man nach eigenen Interessen wählen kann. Von allgemeinen Einführungen ins Thema bis zu vertieften Diskussionen. Im Barcamp-Teil kann man eigene Fragen und Interessen einbringen. Und auf einem Markt der Möglichkeiten lernt man konkrete Materialien und Projekte kennen.

Die Teilnahme ist kostenlos dank einer Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Anmeldung ist ausschließlich online möglich unter: https://www.oercamp.de/18/. Fahrtkosten und ggf. Unterkunft organisieren die Teilnehmenden in Eigenregie. Ausnahme ist das OERcamp Süd: die Akademie Bad Wildbad bietet für bis zu 200 Teilnehmende eine kostenlose Übernachtung von Freitag auf Samstag!

Wie kann ich dabei sein?

  • Wer selbst einen Workshop einreichen möchte, kann dies noch bis zum 8.4.2017 hier tun: http://www.oercamp.de/18/call-for-workshops/
  • Die Anmeldung für alle vier Orte ist für Teilnehmende offen: https://www.oercamp.de/18/
  • Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hat zudem die Möglichkeit, im Barcamp-Teil eigene Fragen und Interessen einzubringen. Eine Einreichung ist für die Sessions nicht notwendig.

Workshops und Sessions zu Bibliotheken und OER in 2017

Bereits bei den OERcamps 2017 fanden an allen vier Orten auch Workshops und Sessions zu Fragen rund um OER und Bibliotheken statt (unter anderem hier im Blog nachzulesen). Beim OERcamp 2017 in Berlin wurde schließlich das OER Librarian Network Germany gegründet, das darauf abzielt, interessierte Kolleginnen und Kollegen miteinander zu vernetzen, den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen ihnen zu fördern und gemeinsam praxisorientierte Handlungskonzepte zu entwickeln.

Kontakt

Bei Fragen steht das Team der OERcamps zur Verfügung.

Reichlich Programm für Bibliotheken beim OER-Festival in Berlin – #OERde17

Nach den drei OERcamps, die im Frühjahr in München, Köln und Hamburg veranstaltet wurden, findet mit dem OER-Festival vom 27. – 29.11.2017 das OER-Jahr in Berlin seinen Abschluss. Im Verlaufe des dreitägigen OER-Festivals gibt es für Bibliotheken mehrere Angebote in unterschedlichen Formaten zu verschiedenen Fragestellungen rund um OER, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind!
Die Anmeldung ist noch möglich.

Workshop

Im Rahmen des OERcamps wird es auch in Berlin einen Workshop zum Thema „Bibliotheken und OER – warum und wie?“ geben.

Wann? Am Dienstag, den 28.11.2017, in der Zeit von 9.00 bis 10.20 Uhr.
Inhalt: Was können Bibliotheken tun, um sich mit OER vertraut zu machen? Welche Potenziale liegen in OER für Bibliotheken, welche Hindernisse gibt es im Hinblick auf Recherche nach freien Bildungsmedien, auf den Bestand und andere Themen? Welche Chancen liegen für Bibliotheken darin, einen Einstieg in die Auseinandersetzung in das Thema OER zu finden? Diese und weitere Fragen werden in dem Workshop thematisiert.
Für wen? Für alle, die mehr über OER erfahren wollen und sich mit den Fragestellungen rund um OER in Bibliotheken vertraut machen möchten.
Wer bietet den Workshop an:
Gabi Fahrenkrog, Twitter: @fahrenkrog, Bibliothekarin, Projektmanagerin, Informationsstelle OER, J&K Jöran und Konsorten

Diskussionsrunde

Am Dienstag, den 28.11.2017 gibt es eine Diskussionsrunde zum Thema „Erwarten Sie mehr! – Bibliotheken als Partner für OER“.

Inhalt: Bibliotheken sind wie Blackboxes: Menschen gehen hinein und hinaus, was sich im Inneren abspielt, welche Leistungen Bibliotheken im Zusammenhang mit OER bereits erbringen oder aber erbringen könnten, etwa im Hinblick auf Plattformen, Raum, Beratung, Zugang, ist nur wenig bekannt. Nutzen Sie die Gelegenheit sich zu informieren und mit Expert*innen zu diskutieren, was schon da ist und genutzt werden kann, was Sie sich an Services von Bibliotheken im Zusammenhang mit OER wünschen und auf welchen Gebieten sich Bibliotheken möglicherweise stärker mit OER engagieren könnten.
Mit wem können Sie diskutieren?
Jana Haase, Twitter: @agschulbiblio, Vorstand, AG Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V.
Gabi Fahrenkrog, Twitter: @fahrenkrog, Bibliothekarin, Projektmanagerin, Informationsstelle OER, J&K Jöran und Konsorten
Lambert Heller, Twitter: @lambo, Leiter des Open Science Lab, Technische Informationsbibliothek (TIB)
Jan Neumann, Twitter: @trugwaldsaenger, @oerworldmap, Leiter Recht und Organisation, OER World Map, Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz)

Vortrag

Der Vortrag „Openness. Education. Bibliotheken!“ schließt daran am Mittwoch, den 29.11.2017, an.

Inhalt: Bibliotheken sind nicht auf der Agenda der Entscheider*innen, wenn es um OER-Projektförderung oder um die Beteiligung an OER-Projekten geht. Dabei sind Bibliotheken traditionell die Garanten für offenen Zugang zu Bildung, Information und lebenslanges Lernen. Mit dem Ljubljana OER Action Plan werden erstmals ausdrücklich Bibliotheken und bibliothekarische Ausbildungsstätten adressiert, sich für offene Bildung und lebenslanges Lernen zu engagieren.
Vortrag und Diskussion
Prof. Dr. Ellen Euler, Twitter: @EllenEuler, Expertin für (urheber-) rechtliche Fragestellungen im Umgang mit dem digitalen Kulturerbe & Open Access Publishing, FH Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften
Gabi Fahrenkrog, Twitter: @fahrenkrog, Bibliothekarin, Projektmanagerin, Informationsstelle OER, J&K Jöran und Konsorten

Warum es für Bibliotheken als Informationseinrichtungen wirklich sinnvoll ist, selbst OER zu erstellen

Von Bibliotheken wird im Zusammenhang mit freien Bildungsmedien häufig die Frage gestellt, welchen Vorteil diese für ihre Nutzer haben würden. Dabei sind auch Beschäftigte in Bibliotheken deren Nutzerinnen und wenden sich bei der Suche nach Informationen an Kolleginnen und Kollegen. Eine kurze Episode die sich auf Twitter zugetragen hat, zeigt das recht anschaulich. Nachdem sich […]

Reden wir über freie Bildungsmedien! – Workshops für Bibliotheken bei den OERcamps 2017

Lust darauf, in kleiner Runde und ungezwungener Atmosphäre gemeinsam mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über freie Bildungsmaterialien zu sprechen? Dann ist jetzt die Gelegenheit, sich bei den OERcamps 2017 zum Workshop „Bibliotheken und OER – wie viel Offenheit ist nötig, wie viel Offenheit ist möglich?“ anzumelden.

Wann und wo finden die Workshops statt?

OERcamp Köln, TH Köln: Samstag, 13.5.2017 um 17 Uhr (Gabi Fahrenkrog, Informationsstelle OER (OERinfo), Agentur J&K, Hamburg)
OERcamp Hamburg, Uni-Hamburg: Samstag, 24.6.2017 um 17 Uhr (Gabi Fahrenkrog, Informationsstelle OER (OERinfo), Agentur J&K und Alexandra Jobmann, IPN, Kiel)

Bibliotheken und OER – warum sollte mich das interessieren?

Als Open Educational Resources (OER) werden freie Lehr- und Lernmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium bezeichnet, die unter einer offenen Lizenz, z.B. den Creative Commons, veröffentlicht werden.
Mit der Förderlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu Open Educational Resources (OER), werden freie Bildungsmedien in Deutschland künftig eine stärkere Aufmerksamkeit und größere Verbreitung erfahren. Für Bibliotheken als Partner und Unterstützer von Bildungseinrichtungen wird dies bedeuten, dass frei lizenzierte Lehr- und Lernmaterialien, schon aufgrund des Kontextes Lehren und Lernen + Medium, künftig stärker in den Fokus von Bibliotheken rücken müssen.

Was aber können Bibliotheken tun, um einen Einstieg in das Thema freie Bildungsmedien zu finden? Welches Potenzial liegt in OER für Bibliotheken, welche Herausforderungen stellen sich in diesem Zusammenhang? Was kann eine Bibliothek konkret tun, um sich mit OER zu engagieren?
Zum Beispiel die OERcamps besuchen!

Was ist ein OERcamp?

Bei den OERcamps treffen sich Praktiker*innen und an OER interessierte Menschen, zum gegenseitigen Austausch. Die OERcamps werden je zur Hälfte aus vorab geplanten und angekündigten Workshops sowie aus Barcamp-Sessions (wie von den Bibcamps bekannt) gestaltet, die jede und jeder vor Ort vorstellen kann. OERcamps gibt es in Deutschland seit 2012, in diesem Jahr – unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO – zum ersten Mal an vier Orten in Deutschland.

Der Workshop

Der Workshop bietet eine Einführung in das Thema Open Educational Resources. Anschließend wollen wir die Besonderheiten, die sich mit OER im Vergleich zu konventionellen Medien im Bestand einer Bibliothek ergeben, beleuchten. Lassen Sie uns diese und weitere Fragen rund um OER erörtern und gemeinsam die Chancen und Herausforderungen diskutieren, die für Bibliotheken mit freien Bildungsmedien verbunden sind und überlegen, ob und wo ein Einstieg in die Auseinandersetzung mit OER sinnvoll und notwendig ist.


Zum Weiterlesen:
Fahrenkrog, Gabriele: Lernort Öffentliche Bibliothek und Open Educational Resources (OER) – Zusammenbringen, was zusammen gehört. In: Informationspraxis Bd. 2, Nr. 1 (2016) ISSN (Online) 2297-3249, DOI: 10.11588/ip.2016.1.26628.

Neumann, Jan: Open Educational Resources (OER): Neue Herausforderungen für Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 47, Heft 11 (2013), Seiten 805–819, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI:10.1515/bd-2013-0094.

Plieninger, Jürgen: Open Educational Resources als Dienstleistungen von Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 12 (2015), Seiten 1173–1176, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0142.

OERcamps 2017 – Teilnahme auch für Bibliotheken!

Open Educational Resources (OER) sind als Thema längst in Deutschland angekommen. Um sie bekannter zu machen und um insbesondere auch weiter dafür zu sensibilisieren, hat das BMBF im Rahmen der Förderung zum Thema „Digitale Bildung“ eine Förderlinie zu Open Educational Resources (OER) auf den Weg gebracht.

Die Fördermaßnahme zielt darauf ab, OER und die mit ihnen verbundenen Potenziale sichtbarer zu machen. Kompetenzen zur Nutzung, Erstellung und Verbreitung von OER sollen unterstützt und damit eine breite Verankerung von OER in Deutschland erreicht werden.

Gefördert werden die Informationsstelle OER (OERinfo), angesiedelt beim DIPF in Frankfurt, sowie 23 Projekte aus allen Bildungsbereichen, die mit der Ausbildung von Multiplikatoren befasst sind und außerdem für das Thema freie Bildungsmedien in Deutschland sensibilisieren sollen.
Mit der OER World Map ist das hbz als Teil der Informationsstelle OER beteiligt.

Im Rahmen der Förderung zu OER wird es 2017 vier OERcamps geben. Als Partner von Schulen, Hochschulen und Einrichtungen der Weiterbildung gilt es auch für auch Bibliotheken, OER auf der Agenda zu haben. Mitarbeitende in Bibliotheken sind herzlich eingeladen an den OERcamps teilzunehmen, selbst Workshops anzubieten und sich über OER auszutauschen, zu informieren und sich zu vernetzen. Die OERcamps werden je zur Hälfte aus vorab geplanten und angekündigten Workshops sowie aus Barcamp-Sessions, die jeder vor Ort anbieten kann, bestehen.

Die Teilnahme ist kostenlos, zur Anmeldung geht es hier entlang: http://dialog.oercamp.de/?r=survey/index/sid/536443/newtest/Y/lang/de

OERcamps 2017 an vier Orten

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München am 05./06.05.2017 – in Kooperation mit dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU)
Köln am 12./13.05.2017 – in Kooperation mit der TH Köln
Hamburg am 23./24.06.2017 – in Kooperation mit der Universität Hamburg
Berlin im Herbst 2017 (Details folgen)

Workshops können unter : http://dialog.oercamp.de/?r=survey/index&sid=854591&lang=de eingereicht werden. Anmeldeschluss ist der 21. März 2017.

Bibliotheken, OER und das Verbot der kommerziellen Nutzung (NC)

Das Modul NC (Non-Commercial/nicht-kommerziell) bei den Creative Commons ist beliebt und ist daher weit verbreitet. Viele Urheber wählen diese Lizenz, um möglichst auszuschließen, dass andere mit ihren kreativen Inhalten Geld verdienen.

Was unter ‚kommerzieller Nutzung‘ verstanden wird, ist jedoch leider nicht so einfach zu beurteilen.
So stufte das Landgericht Köln 2014 etwa den Radiosender Deutschlandradio als kommerziellen Nutzer ein, der demnach ein Foto unter der Creative-Commons-Lizenz NC nicht hätte nutzen dürfen.
Bibliotheken, die über Gebühren oder auch über Sponsoring Einnahmen erzielen, könnten nach dieser Lesart ebenfalls als kommerzielle Nutzer gelten. Sie dürften die entsprechend lizenzierten Inhalte nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis des Rechteinhabers verwenden.

Wer aber macht sich tatsächlich die Mühe, in jedem einzelnen Fall die Nutzungsrechte einzuholen? Im Zweifel wird wohl eher auf die Nutzung von Materialien unter NC verzichtet, als sich der Gefahr auszusetzen, möglicherweise gegen Lizenzbestimmungen zu verstoßen.
Ungewollt führt das häufig dazu, dass Materialien, die eigentlich zum Zwecke der einfachen Verbreitung im Internet unter Creative Commons lizenziert veröffentlicht wurden, am Ende nicht genutzt werden.
Dies steht in gewissem Widerspruch zum Gedanken der freien Verbreitung von Wissen, die mit der Verwendung der Creative Commons Lizenzen eigentlich erleichtert werden soll. Aus diesem Grund gelten diese Lizenzen generell nicht als „freie/Open-Culture“-Lizenzen1.

Zu Weiterlesen:

Klimpel, Paul (irights.info): Freies Wissen Dank Creative-Commons-Lizenzen: Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung ’nicht-kommerziell – NC‘. Hrsg. Wikimedia Deutschland, 2012 (PDF), werden Vor- und Nachteile von NC gut verständlich erläutert.

Unter dem Titel ‚Creative Commons: Kommerziell – Nein, Danke?‘ wird bei irights.info erläuert, dass die Weitergabe unter gleichen Bedingungen (SA – Share Alike) eine Alternative zu NC sein kann.

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg stellt die von ihr digitalisierten Bestände unter der Lizenz CC-BY-SA zur Verfügung. Erläuterungen dazu finden sich im Stabi-Blog.

Im Blog infobib von Christian Hauschke finden sich ein paar sehr interessante Beiträge zu Creative Commons und Bibliotheken.


1 Siehe Wiki: Open Content – A Practical Guide to Using Creative Commons Licences

OER-Bibliothekarin – Ein neues Berufsfeld?

Eine wachsende Anzahl an freien Lehr- und Lernmaterialien ist heute online verfügbar.
Während für Open Access entsprechende Policies, die den Umgang mit Veröffentlichungen regeln, selbstverständlich sind, befinden sich Bibliotheken im Bezug auf OER sozusagen im Blindflug: Nicht nur wissen Bibliotheken meist nicht wie mit diesen Materialien zu verfahren ist, sie kennen oftmals weder OER noch sind sie vertraut mit der Kultur der Offenheit, die für den Umgang mit den Materialien die Grundlage bildet. Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die sich auf diesem Gebieten weiterbilden, könnten in Zukunft als OER-Bibliothekare wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit freien Bildungsressourcen übernehmen.

Bibliotheken können jede Art von Online-Lehr- und Lernmaterialien in ihren Katalogen verzeichnen und sie durch entsprechende Kennzeichnung suchbar machen. Auch können Bibliotheken Unterstützung dabei leisten, selbst Inhalte zu gestalten und als offene Materialien zu veröffentlichen, bspw. In Form von Videos, Online-Vorlesungen und Knowledge-Clips.

Weitere Aufgaben für Bibliotheken mit OER wären:

  • Beratung von Lernenden/Studierenden dazu, wo sie ggf. offen/frei verfügbare Alternativen zu Lehrbüchern finden
  • Lehrende und Lernende dazu zu beraten, wo weiterführende Informationen, Materialien und weitere Kurse zu ihrem Thema zu finden sind
  • Lehrende die Kurse/Unterricht vorbereiten dazu zu beraten, wo vergleichbare Materialien zu finden sind die nachgenutzt und an die eigenen Bedarfe angepasst werden können
  • Unterstützung bei der Erstellung eigener Materialein z.B. durch Beratung zu Datenformaten und Lizenzierung.

Voraussetzung dafür ist, dass freie Bildungsmaterialien als Teil des Bestandes sowie in Beratung und Vermittlung eine Selbstverständlichkeit werden.
Die Anzahl an Online-Kursen (MOOCs), OER und anderen offenen Formate steigt ständig. Ein erster Schritt zur Akzeptanz von freien Bildungsmedien durch Bibliotheken wäre, offene Materialien im Katalog zu verzeichnen. Sie müssen kuratiert, mit Metadaten versehen und somit auffindbar gemacht werden. Bibliotheken können mit vorhandener Infrastruktur und Kompetenzen auf diesen Gebieten punkten.

Viele Universitäten und Fachhochschulen verfügen bereits Open-Policies und setzen diese um. Schulen und andere Bildungseinrichtungen werden folgen. Aufgabe von OER-Bibliothekarinnen könnte auch sein, sich für die Entwicklung und Umsetzung einer Open-Policy in ihrer Institution oder Einrichtung einzusetzen.

Die Hochschulen verfügen mit den angeschlossenen Bibliotheken über Einrichtungen, die Aufgaben wie das Kuratieren und die OER-Beratung übernehmen können. Außerhalb der Hochschulen fehlt diese Infrastruktur bisher. Schulen, Weiterbildungsanbieter usw. verfügen selbst nicht über Infrastrukturen, die einen ähnlichen Service bieten und bereitstellen könnten. Hier sollten die Öffentlichen Bibliotheken aktiv werden und als Partner von Schulen und Bildungseinrichtungen mit diesen kooperieren, die bereits vorhandene Infrastruktur nutzen und damit die Verbreitung von OER und generell offenen Materialien unterstützen.

Praxis-Beispiel – OER-Bibliothekarinnen

Immer mehr amerikanische Bibliotheken haben eine neue Art von Bibliothekarin/Informationsspezialistin in ihrem Team: OER-Bibliothekarinnen helfen Mitarbeitenden an Universitäten und Hochschulen offene Bildungsressourcen zu finden, zu nutzen und, falls gewünscht, auch sie zu erstellen und zu verbreiten. OER-Bibliothekare nutzten unterschiedliche Suchmethoden um relevante Lehr- und Lernmaterialien für Lehrer und Forscher zu finden. Aus den Treffern werden dann Listen erstellt, die schließlich über Blogposts oder die Bibliothekswebseite frei zur Verfügung gestellt werden.

An der California State University werden Listen frei verfügbarer eBooks mit von der Bibliothek erworbenen Lizenzen abgeglichen. Frei verfügbare Medien können eine Alternative für Studierende bieten, die sich die teuren Lehrbücher nicht leisten können. Die California State University hat ebenfalls den Prozess der Literaturrecherche dahingehend angepasst, dass OER und andere freie Materialien bei Recherchen immer mit gesucht und die Ergebnisse der Trefferliste hinzugefügt werden.

Ähnlich kann auch in Öffentlichen Bibliotheken verfahren werden: die Suche nach freien Materialien für Lehrende und Lernende sollte standardmäßig erfolgen, wenn zu einzelnen Themen recherchiert wird. Die gefundenen freien Materialien gehören anschließend auf Literatur- bzw- Trefferlisten mit ausgegeben.
Notwendiges Wissen zur Lizenzierung der Materialien kann vermittelt werden, indem auf einschlägige Veröffentichungen und Tools zur Unterstützung verwiesen wird.

Für Öffentliche Bibliotheken spricht sehr vieles dafür, sich mit freien Bildungsmedien zu beschäftigen und diese auf die eine oder andere Weise in Bestand und Vermittlung zu integrieren. Eine Aufgabe von OER-Bibliothekarinnen wäre es insbesondere auch, sie dabei zu unterstützen.


Quellen:

Wijngaarden, Hilde van; Vernimmen, Frederike: Where Is The Dutch OER Librarian? In: 2015 Open and Online Education Trend Report – Perspectives On Developments In Dutch Higher Education. URL: https://www.surf.nl/binaries/content/assets/surf/en/knowledgebase/2015/trend-report-open-and-online-education-2015.pdf

Wijngaarden, Hilde van: De OER Librarian – Library track’ op de OpenEd in Washington. URL: https://www.surfspace.nl/artikel/1716-de-oer-librarian/

Vortragsfolien im Doppelpack

Wie schrieb letzt jemand bezogen auf den Bibliothekskongress, nachdem sie/er einen Blick auf das Programm geworfen hatte? „Lauter aufgewärmtes Zeug“. Wahrscheinlich ein Langzeitvergleich mit vorhergehenden Bibliothekartagen und deshalb als Bewertung statthaft, manchmal ist es jedoch auch so, dass das selbe Thema auf verschiedenen Konferenzen für verschiedene Zielgruppen vorgetragen wird, um die Inhalte in den jeweiligen communities zu verbreiten. Dann kann es auch sein, dass das selbe Thema verschieden aufbereitet wird. Bei meinen Vortragsfolien von der Inetbib und jetzt beim Bibliothekskongress ist dies der Fall. Deshalb hintereinander