Wo suche und finde ich denn überhaupt OER?

Wo kann ich nachsehen, wenn ich OER zu bestimmten Themen und für unterschiedliche Bildungszwecke suche?

Gute Frage. Die Sammlungen zu freien Bildungsmaterialien sind vielfältig, aber auch ziemlich verstreut im Internet vohanden. An verschiedenen Stellen stößt man auf Listen mit einzelnen Links zu OER-Quellen. Wirklich hilfreich wäre es aber doch, wenn die Quellen für freie Bildungsmedien an einer Stelle zusammengeführt wären.

Diese Liste mit Links zu OER soll, ganz im Sinne von OER, in einem offenen Dokument kontinuierlich um weitere Quellen und Informationen ergänzt werden. Wer also helfen mag die Liste auszubauen, ist herzlich dazu eingeladen, um Bibliotheken mit einer Handreichung für die Suche nach freien Bildungsmedien zu unterstützen.

Let’s do it!

 

Warum es für Bibliotheken als Informationseinrichtungen wirklich sinnvoll ist, selbst OER zu erstellen

Von Bibliotheken wird im Zusammenhang mit freien Bildungsmedien häufig die Frage gestellt, welchen Vorteil diese für ihre Nutzer haben würden. Dabei sind auch Beschäftigte in Bibliotheken deren Nutzerinnen und wenden sich bei der Suche nach Informationen an Kolleginnen und Kollegen. Eine kurze Episode die sich auf Twitter zugetragen hat, zeigt das recht anschaulich. Nachdem sich […]

Reden wir (mit Nutzerinnen) über freie Bildungsmedien! Spannender Workshop beim #OERcamp17 in Köln

Nach zwei von vier OERcamps 2017 lautet das Fazit: die Teilnahme lohnt sich (besonders auch für Bibliotheken)! Das zweigeteilte Format der OERcamps mit a) zuvor geplanten Workshops und b) mit spontan angebotenen Sessions im Barcamp-Teil der Veranstaltung bietet Raum für wirklich jedes Thema rund um freie Bildungsmedien.

Es gab sowohl in München als auch in Köln eine Reihe von Sessions und Workshops zu Themen, die auch Aufgabenbereiche von Bibliotheken betreffen, vor allem aber gab es einen Workshop, der sich speziell mit Fragen zu OER und Bibliotheken befasste.

Foto: Bücher und OER von Gabi Fahrenkrog unter der Lizenz CC BY 4.0

Workshop „Bibliotheken und OER“

Die Teilnehmenden im Workshop zu Bibliotheken und OER setzten sich etwa zur Hälfte aus Beschäftigten in Bibliotheken und zur anderen Hälfte aus Nutzerinnen und Nutzern von Bibliotheken zusammen. Eine interessante Mischung, bei der deutlich wurde, dass Bibliotheken viel lernen können wenn sie die Nutzerinnen und Nutzer einmal fragen, welche Erwartungen und Anforderungen diese an die Einrichtung Bibliothek stellen. Im Bezug auf OER wurden von den Teilnehmenden des Workshops durchaus die konkrete Erwartung an Bibliotheken geäußert, sich mit OER zu befassen, zu freien Bildungsmedien zu beraten und diese auch bereitzustellen.

Nach einer kurzen Einführung zu OER diskutierten die Teilnehmenden darüber was es braucht, damit Bibliotheken sich mit freien Bildungsmedien befassen, welche Kompetenzen dafür vorhanden sein müssen und welche Services Bibliotheken rund um OER anbieten könnten.

Die Themen Metadaten und Qualitätssicherung wurden, wie schon bei der Session „OER in Bibliotheken – was wünschen sich AkteurInnen von Öffentlichen Bibliotheken“ beim OERcamp 2016, auch in Köln wieder als wichtige Aufgabe für Bibliotheken herausgestellt. Nach wie vor werden Bibliotheken als besonders kompetent auf genau diesen Gebieten wahrgenommen.

Im Verlauf des Workshops dann wurden in drei Gruppen die Fragen diskutiert:

  • welche Voraussetzungen brauchen Bibliotheken bzw. welche Voraussetzungen müssen Beschäftigte in Bibliotheken mitbringen, um sich mit OER zu engagieren?
  • welche Kompetenzen sollten in Bibliotheken vorhanden sein, um Services rund um freie Bildungsmedien anbieten zu können?
  • welche Services können oder sollten Bibliotheken rund um OER entwickeln und anbieten?

Es zeigte sich, dass die Grenze zwischen den einzelnen Fragen nicht immer eindeutig zu ziehen ist, es gibt eine Reihe von Überschneidungen. Insgesamt ist aber eine breite Palette an Aspekten zu den einzelnen Fragen herausgearbeitet worden, die es lohnt, weiter zu diskutieren.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet der Workshop „Bibliotheken und OER“ beim OERcamp 2017 in Hamburg am 24.06.2017 um 15.30 Uhr, zu dem die Anmeldung noch möglich ist.

Worin sich alle Teilnehmenden in Köln einig waren ist, dass im Engagement mit OER für Bibliotheken viel Potenzial liegt, zumal Bibliotheken in vielerlei Hinsicht dafür prädestiniert sind, die Anlaufstelle in den Kommunen für alle Belange rund um OER zu werden.

Voraussetzungen – Kompetenzen – Services

Welche Voraussetzungen braucht es, welche Kompetenzen sollten in Bibliotheken vorhanden sein, um mit OER umgehen zu können und um den Umgang damit vermitteln zu können?

 

 

 

 

 

Fotos von Gabi Fahrenkrog unter der Lizenz CC BY 4.0

Die Arbeit an und mit freien Bildungsmedien ist ein kollaborativer und partizipativer Prozess. Daher wurde angemerkt, dass die Räume in der Bibliothek so ausgestaltet sein müssten, dass sie die Anforderungen, die diese Arbeitsweise an die Innenarchitektur stellt, erfüllen.  Ähnlich den CoWorking-Spaces solle die Ausstattung flexibel sein und den jeweiligen Anforderungen angepasst werden können. Ideal wäre es darüber hinaus, wenn in diesen Räumen stets ein Bibliothekar oder eine Bibliothekarin (als eine Art Embedded Librarian) für die Beratung und zur Unterstützung der Nutzerinnen und Nutzer anwesend wäre.

Mit OER werden in der Regel digitale Formate verbunden. Daher war es sehr aufschlussreich zu hören, dass sowohl eine Auswahl an „haptischen“ OER gewünscht wird, wie auch generell ein „Bestand“ an freien Bildungsmedien in der Bibliothek zur Verfügung stehen sollte. Die Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit, digitale und analoge OER-Formate in die Bestände zu integrieren und verfügbar zu machen. Was auf den ersten Blick aussieht wie das Kerngeschäft von Bibliotheken und eigentlich alltägliche Arbeit, stellt Bibliotheken jedoch im Hinblick auf OER vor besondere Herausforderungen, denn klassische Bibliotheksmanagementsysteme- und Kataloge sind für veränderbare Medien nicht ausgelegt.

Um mit OER umgehen zu können wurde so etwas wie eine „Toolverliebtheit“ als Voraussetzung genannt. Gemeint ist damit die Lust daran, mit unterschiedlichen Formaten spielerisch zu experimentieren und „Hacking“ zu betreiben, also bereits Bestehendes so umzugestalten, dass daraus etwas Neues mit anderen Nutzungsmöglichkeiten entsteht.

Welche Kultur sollte verinnerlicht worden sein, um OER in Bibliotheken zu etablieren? Auch zu dieser Frage wurden nochmals die bibliothekarischen Kernkompetenzen im Bezug auf Qualitätsbeurteilung von Inhalten betont. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn damit Lehr- und Lernmedien von den Akteuren auch für den individuellen Einsatz als geeignet angesehen werden, müssen sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Kompetenz dies zu beurteilen, wird Bibliotheken ganz klar zugesprochen. Diese Aufgabe anzunehmen bedeutet für Bibliotheken, sich verstärkt auch als „wissensnehmende“ Einrichtung zu betrachten, sich also sehr klar als lernende Einheit zu positionieren, in der das erforderliche Wissen im Umgang mit OER laufend aktuell gehalten wird.

Eine Reihe von Voraussetzungen, die im Workshop herausgearbeitet wurden, beziehen sich auf den Kulturwandel, der mit der Etablierung von OER einher geht. Es wurden die Erwartungen geäußert, dass

  • Bibliotheken im Zusammenhang mit OER neue Aufgaben definieren und annehmen
  • Bibliotheken sich der Bedeutung des Lebenslangen Lernens bewusst werden und OER als wichtiges Element in diesem Zusammenhang begreifen
  • Bibliotheken OER-Kompetenz in ihre Communities vermitteln sollten und
  • Bibliotheken ihre Funktion immer den aktuellen Herausforderungen anpassen.

Services rund um OER

Darüber hinaus erachteten die Teilnehmenden im Workshop aber auch ganz praktische Kompetenzen, wie das Kuratieren und Zusammenführen von Inhalten für bestimmte Gruppen oder auch für Individuen, als wichtige Aufgabe von Bibliotheken im Zusammenhang mit OER.
Insbesondere wird auch von Bibliotheken erwartet, dass sie die Auffindbarkeit von freien Ressourcen sicherstellen bzw. bei der Suche nach relevanten Ressourcen behilflich sind.

Ein Thema für Bibliotheken kann also sein, den Nutzenden OER zur Verfügung zu stellen, z.B. über Bibliothekskataloge, über kuratierte Zusammenstellungen von Inhalten, abgestimmt auch Fächer, Themen, Bildungsbereich, Zielgruppe usw. Darüber hinaus wurde gewünscht, dass in Bibliotheken auch zu Fragen des Urheberrechts und zu freien Lizenzen beraten wird, denn erst die freie Lizenzierung der Materialien ermöglicht das Teilen, Verändern, Nachnutzen und Veröffentlichen von OER.

Der Blick von außen – was Nutzerinnen von Bibliotheken mit OER erwarten

Fragen zu Bibliotheken und OER sollten vor allem auch in die jeweiligen Communities getragen werden. Wie sollen Bibliotheken sonst erfahren, welche Wünsche und Anforderungen von den Nutzenden in diesem Zusammenhang an Bibliotheken gestellt werden?

Die Nicht-Bibliothekarinnen im Workshop machten sehr deutlich, was sie sich von Bibliotheken mit OER erwarten. Eine Teilnehmerin erwartete selbstverständlich, dass sich Bibliotheken mit OER befassen, dazu beraten und freie Bildungsmedien vermitteln. Schließlich gehe sie ja auch sonst mit allen Fragen, die Bildungsmedien betreffen, in die Bibliothek und wird dort beraten.

Eine weitere Teilnehmerin merkte an, dass sie seit ihrer Kindheit Bibliotheken in den verschiedenen Lebensphasen immer auch als Lernraum genutzt habe. Dort fand sie die stets aktuellen Medien und Formate. Damit das auch in Zukunft so bleibt, sieht sie das Engagement mit OER für Bibliotheken als dringend erforderlich. Schließlich seien OER die Lernmedien der Zukunft.

 


Zur Dokumentation des Workshops

 

Reden wir über freie Bildungsmedien! – Workshops für Bibliotheken bei den OERcamps 2017

Lust darauf, in kleiner Runde und ungezwungener Atmosphäre gemeinsam mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über freie Bildungsmaterialien zu sprechen? Dann ist jetzt die Gelegenheit, sich bei den OERcamps 2017 zum Workshop „Bibliotheken und OER – wie viel Offenheit ist nötig, wie viel Offenheit ist möglich?“ anzumelden.

Wann und wo finden die Workshops statt?

OERcamp Köln, TH Köln: Samstag, 13.5.2017 um 17 Uhr (Gabi Fahrenkrog, Informationsstelle OER (OERinfo), Agentur J&K, Hamburg)
OERcamp Hamburg, Uni-Hamburg: Samstag, 24.6.2017 um 17 Uhr (Gabi Fahrenkrog, Informationsstelle OER (OERinfo), Agentur J&K und Alexandra Jobmann, IPN, Kiel)

Bibliotheken und OER – warum sollte mich das interessieren?

Als Open Educational Resources (OER) werden freie Lehr- und Lernmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium bezeichnet, die unter einer offenen Lizenz, z.B. den Creative Commons, veröffentlicht werden.
Mit der Förderlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu Open Educational Resources (OER), werden freie Bildungsmedien in Deutschland künftig eine stärkere Aufmerksamkeit und größere Verbreitung erfahren. Für Bibliotheken als Partner und Unterstützer von Bildungseinrichtungen wird dies bedeuten, dass frei lizenzierte Lehr- und Lernmaterialien, schon aufgrund des Kontextes Lehren und Lernen + Medium, künftig stärker in den Fokus von Bibliotheken rücken müssen.

Was aber können Bibliotheken tun, um einen Einstieg in das Thema freie Bildungsmedien zu finden? Welches Potenzial liegt in OER für Bibliotheken, welche Herausforderungen stellen sich in diesem Zusammenhang? Was kann eine Bibliothek konkret tun, um sich mit OER zu engagieren?
Zum Beispiel die OERcamps besuchen!

Was ist ein OERcamp?

Bei den OERcamps treffen sich Praktiker*innen und an OER interessierte Menschen, zum gegenseitigen Austausch. Die OERcamps werden je zur Hälfte aus vorab geplanten und angekündigten Workshops sowie aus Barcamp-Sessions (wie von den Bibcamps bekannt) gestaltet, die jede und jeder vor Ort vorstellen kann. OERcamps gibt es in Deutschland seit 2012, in diesem Jahr – unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO – zum ersten Mal an vier Orten in Deutschland.

Der Workshop

Der Workshop bietet eine Einführung in das Thema Open Educational Resources. Anschließend wollen wir die Besonderheiten, die sich mit OER im Vergleich zu konventionellen Medien im Bestand einer Bibliothek ergeben, beleuchten. Lassen Sie uns diese und weitere Fragen rund um OER erörtern und gemeinsam die Chancen und Herausforderungen diskutieren, die für Bibliotheken mit freien Bildungsmedien verbunden sind und überlegen, ob und wo ein Einstieg in die Auseinandersetzung mit OER sinnvoll und notwendig ist.


Zum Weiterlesen:
Fahrenkrog, Gabriele: Lernort Öffentliche Bibliothek und Open Educational Resources (OER) – Zusammenbringen, was zusammen gehört. In: Informationspraxis Bd. 2, Nr. 1 (2016) ISSN (Online) 2297-3249, DOI: 10.11588/ip.2016.1.26628.

Neumann, Jan: Open Educational Resources (OER): Neue Herausforderungen für Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 47, Heft 11 (2013), Seiten 805–819, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI:10.1515/bd-2013-0094.

Plieninger, Jürgen: Open Educational Resources als Dienstleistungen von Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 12 (2015), Seiten 1173–1176, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0142.

OERcamps 2017 – Teilnahme auch für Bibliotheken!

Open Educational Resources (OER) sind als Thema längst in Deutschland angekommen. Um sie bekannter zu machen und um insbesondere auch weiter dafür zu sensibilisieren, hat das BMBF im Rahmen der Förderung zum Thema „Digitale Bildung“ eine Förderlinie zu Open Educational Resources (OER) auf den Weg gebracht.

Die Fördermaßnahme zielt darauf ab, OER und die mit ihnen verbundenen Potenziale sichtbarer zu machen. Kompetenzen zur Nutzung, Erstellung und Verbreitung von OER sollen unterstützt und damit eine breite Verankerung von OER in Deutschland erreicht werden.

Gefördert werden die Informationsstelle OER (OERinfo), angesiedelt beim DIPF in Frankfurt, sowie 23 Projekte aus allen Bildungsbereichen, die mit der Ausbildung von Multiplikatoren befasst sind und außerdem für das Thema freie Bildungsmedien in Deutschland sensibilisieren sollen.
Mit der OER World Map ist das hbz als Teil der Informationsstelle OER beteiligt.

Im Rahmen der Förderung zu OER wird es 2017 vier OERcamps geben. Als Partner von Schulen, Hochschulen und Einrichtungen der Weiterbildung gilt es auch für auch Bibliotheken, OER auf der Agenda zu haben. Mitarbeitende in Bibliotheken sind herzlich eingeladen an den OERcamps teilzunehmen, selbst Workshops anzubieten und sich über OER auszutauschen, zu informieren und sich zu vernetzen. Die OERcamps werden je zur Hälfte aus vorab geplanten und angekündigten Workshops sowie aus Barcamp-Sessions, die jeder vor Ort anbieten kann, bestehen.

Die Teilnahme ist kostenlos, zur Anmeldung geht es hier entlang: http://dialog.oercamp.de/?r=survey/index/sid/536443/newtest/Y/lang/de

OERcamps 2017 an vier Orten

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München am 05./06.05.2017 – in Kooperation mit dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU)
Köln am 12./13.05.2017 – in Kooperation mit der TH Köln
Hamburg am 23./24.06.2017 – in Kooperation mit der Universität Hamburg
Berlin im Herbst 2017 (Details folgen)

Workshops können unter : http://dialog.oercamp.de/?r=survey/index&sid=854591&lang=de eingereicht werden. Anmeldeschluss ist der 21. März 2017.

Öffentliche Bibliotheken, OER und Open Library Badge

Anfang des Monats startete ein Team rund um den Initiator Gerald Langhanke das Projekt Open Library Badge. Hervorgegangen ist die Initiative aus der Openness-Checkliste, die Felix Lohmeier im Frühjahr anhand von Vorschlägen aus dem Kreis von Bibliotheken zusammengestellt hatte.

Ziel der Initiative ist es ein Anreizsystem für Bibliotheken zu schaffen, das Konzept der Offenheit zu verfolgen. Der Begriff Offenheit umfasst hier die Aspekte Zusammenarbeit, Transparenz, Teilen und Ermöglichung von Selbstbestimmung.

Für die erfolgreiche Bewerbung um ein Badge müssen Bibliotheken nachweisen, dass sie mindestens drei der zehn definierten Kriterien erfüllen.
Die Kriterien orientieren sich auf den ersten Blick vorrangig an den Bedingungen Wissenschaftlicher Bibliotheken, was darin begründet liegt, dass praktisch keine Vertreterinnen und Vertreter aus Öffentlichen Bibliotheken an der Entstehung der Liste beteiligt waren1.
Dennoch sind aus meiner Sicht mindestens drei Kriterien formuliert, die Öffentliche Bibliotheken mit relativ geringem Aufwand erfüllen können, um sich als Offenheit praktizierende Einrichtung zu präsentieren:

Fotos der eigenen Einrichtung unter einer CC-Lizenz zur Verfügung stellen
Von der Bibliothek gemachte Fotos können unter einer Open-Definition-konformen Lizenz z.B. auf der eigenen Webseite, bei Flickr oder bei Wikimedia Commons veröffentlicht und damit für die Allgemeinheit nachnutzbar gemacht werden.

Schulungsmaterialien als OER veröffentlichen

Präsentationsfolien und Schulungsmaterialien der Bibliothek unter offenen Lizenzen zur Nachnutzung bereitstellen. Auch hier bietet sich die eigene Webseite für die Veröffentlichung an, aber auch bei z.B. tutory.de erstellte Arbeitsblätter für Führungen, Schulungen und Veranstaltungen sind OER.

Nutzerinnen und Nutzer einbinden
Workshops und/oder Wettbewerbe mit Nutzerinnen und Nutzern der Bibliothek zur Verbesserung der Dienstleistungen durchführen. Hierfür sollte ein Workshop oder ein Wettbewerb unter Beteiligung von Nutzerinnen und Nutzern durchgeführt und öffentlich (z. B. im Blog) dokumentiert worden sein.


1 Wie in den Zielen der Initiative formuliert, ist die Weiterentwicklung der Kriterien ein andauernder Prozess und das Einbringen weiterer Anregungen und Ideen ist ausdrücklich erwünscht.

Bibliotheken, OER und das Verbot der kommerziellen Nutzung (NC)

Das Modul NC (Non-Commercial/nicht-kommerziell) bei den Creative Commons ist beliebt und ist daher weit verbreitet. Viele Urheber wählen diese Lizenz, um möglichst auszuschließen, dass andere mit ihren kreativen Inhalten Geld verdienen.

Was unter ‚kommerzieller Nutzung‘ verstanden wird, ist jedoch leider nicht so einfach zu beurteilen.
So stufte das Landgericht Köln 2014 etwa den Radiosender Deutschlandradio als kommerziellen Nutzer ein, der demnach ein Foto unter der Creative-Commons-Lizenz NC nicht hätte nutzen dürfen.
Bibliotheken, die über Gebühren oder auch über Sponsoring Einnahmen erzielen, könnten nach dieser Lesart ebenfalls als kommerzielle Nutzer gelten. Sie dürften die entsprechend lizenzierten Inhalte nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis des Rechteinhabers verwenden.

Wer aber macht sich tatsächlich die Mühe, in jedem einzelnen Fall die Nutzungsrechte einzuholen? Im Zweifel wird wohl eher auf die Nutzung von Materialien unter NC verzichtet, als sich der Gefahr auszusetzen, möglicherweise gegen Lizenzbestimmungen zu verstoßen.
Ungewollt führt das häufig dazu, dass Materialien, die eigentlich zum Zwecke der einfachen Verbreitung im Internet unter Creative Commons lizenziert veröffentlicht wurden, am Ende nicht genutzt werden.
Dies steht in gewissem Widerspruch zum Gedanken der freien Verbreitung von Wissen, die mit der Verwendung der Creative Commons Lizenzen eigentlich erleichtert werden soll. Aus diesem Grund gelten diese Lizenzen generell nicht als „freie/Open-Culture“-Lizenzen1.

Zu Weiterlesen:

Klimpel, Paul (irights.info): Freies Wissen Dank Creative-Commons-Lizenzen: Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung ’nicht-kommerziell – NC‘. Hrsg. Wikimedia Deutschland, 2012 (PDF), werden Vor- und Nachteile von NC gut verständlich erläutert.

Unter dem Titel ‚Creative Commons: Kommerziell – Nein, Danke?‘ wird bei irights.info erläuert, dass die Weitergabe unter gleichen Bedingungen (SA – Share Alike) eine Alternative zu NC sein kann.

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg stellt die von ihr digitalisierten Bestände unter der Lizenz CC-BY-SA zur Verfügung. Erläuterungen dazu finden sich im Stabi-Blog.

Im Blog infobib von Christian Hauschke finden sich ein paar sehr interessante Beiträge zu Creative Commons und Bibliotheken.


1 Siehe Wiki: Open Content – A Practical Guide to Using Creative Commons Licences