OER bei Amazon – aber nicht in (Öffentlichen) Bibliotheken?

Heute ist im Blog der Transferstelle für OER zu lesen, dass Amazon mit einer Plattform für freie Lernmaterialien starten wird. Amazon Inspire soll als Beta innerhalb der nächsten 2 – 3 Monate zunächst in den USA in Betrieb gehen.

Neben Funktionen wie einer Suche nach Materialien, Filterung nach Bereichen und Kategorien, Qualitätsbewertung, Reviews und persönlichen Empfehlungen sollen laut EdWeek OER, die auf Amazon Inspire hinzugefügt werden, auch mit Metadaten angereichert werden. Lehrende können auf Amazon Inspire eigene Materialien veröffentlichen, kuratieren und ihre digitalen Schulbibliotheken zur freien Nutzung und Nachnutzung zur Verfügung stellen. Das Angebot wird, so Amazon, kostenlos sein und soll es auch bleiben.

Wie im Blog der Transferstelle OER nebenbei angemerkt, wird eine Plattform, auf der Materialien veröffentlicht, gesammelt, organisiert und vor allem gefunden werden können in Deutschland bislang lediglich als mögliche staatliche Aufgabe diskutiert. In Bibliotheken, deren Aufgabe das Sammeln, Erschließen und Zugänglichmachen von Inhalten ist, wird – bis auf wenige Ausnahmen – bis heute nicht einmal diskutiert, ob OER ein Thema für sie sind oder es sein sollten.

Sie sollten es. Aus guten Gründen, wie ich meine (hier nachzulesen). Öffentliche Bibliotheken können mit OER z.B. innerhalb ihrer Kommune Teil einer lebendigen Bildungsgemeinschaft werden und sich als Lernorte und Bildungspartner am Ort positionieren. Sie können über OER informieren und Akteure im Bildungsumfeld zusammen bringen oder bereits vorhandene Netzwerke unterstützen, um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen.

 

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4 Gedanken zu “OER bei Amazon – aber nicht in (Öffentlichen) Bibliotheken?

  1. Das klingt prinzipiell gut. Nur denke ich, dass diese Aufgabe eigentlich eher in öffentlicher Hand liegen sollte. Das zählt für mich eigentlich als zentrales Infrastruktur-Angebot, das Nachhaltigkeit benötigt, die ich Amazon nicht unbedingt zutraue. Eher als z.B. Google, aber dennoch. Und Amazon wäre nicht Amazon, wenn es nicht handfesten Nutzen daraus ziehen würde.

    Ich bin gespannt, wie das aussehen wird. Werbung ist im EdWeek-Posting schon als möglich angesprochen. Ebenfalls vorstellbar sind Lock-In-Effekte oder Auswertung von Daten. Free, open und Amazon, das klingt erst einmal schwer vorstellbar.

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  2. Gegen einen Nutzen für den Anbieter, hier also Amazon, ist nicht grundsätzlich etwas einzuwenden. Es gibt ja auch bei Open Access Geschäftsmodelle, die beides ermöglichen: freien Zugang und ein Auskommen für die Verlage. Im Sinne der Nachhaltigkeit wäre mir eine öffentlich geförderte Infrastruktur allerdings auch lieber.
    In der ‚Machbarkeitsstudie zum Aufbau und Betrieb von OER-Infrastrukturen in der Bildung‘ (https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/default/files/dateien/OER_Machbarkeitsstudie_Bericht.pdf), wird eine vernetzte Infrastruktur empfohlen und zugleich ein zentrales Metadatensystem, das die einzelnen OER-Bestände vernetzt und durchsuchbar macht. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegeben, wir dürfen also noch hoffen, dass den Empfehlungen gefolgt wird und für die Umsetzung irgendwann die Mittel auch fließen.

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